Fernsehbeiträge

 

zum Thema Hautflügler

(Wespen, Hornissen, Hummeln, Bienen und Ameisen)

 

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Letzte Aktualisierung der Fernsehbeiträge am 15. Juli 2021

 

 

 

Juli 2021

 

Sa. 03.07.21 12:15 - 13:00 Uhr

Geheimnisvoller Garten

Erntezeit 2/2

Seit mehr als 5000 Jahren legt der Mensch Gärten an. Zunächst reine Nutzgärten, wo man anpflanzte, was den Kochtopf bereicherte. Aber schon die alten Römer kultivierten Pflanzen allein wegen ihrer Schönheit. Neben dem Nutzgarten entstand so allmählich auch der Ziergarten. Schönheit und Nutzen sind im Garten oft zwei Seiten derselben Medaille. Ein Obstbaum ist im Frühling mit tausenden Blüten übersät - die wenigsten reifen zu Äpfeln. Neben dem Mensch erwarten im Herbst auch Tiere wie Igel und Wachholderdrossel die Früchte.

Allein in Deutschland gibt es 17 Millionen Gärten. Viele von ihnen bieten zahllosen Lebewesen eine Zuflucht: Singvögel, Siebenschläfer und seltene Reptilien etwa. Und nicht wenige der Gartenbewohner sind Verbündete des Gärtners im Kampf gegen Schädlinge. Feldwespen erledigen unzählige Schadinsekten. Die Tiere eines einzigen Feldwespennestes, das der Gartenbesitzer in Ruhe lässt, können im Laufe eines Sommers bis zu 500 Raupen fangen und töten, um sie an ihre Brut zu verfüttern. Auch die von vielen Gärtnern gehegten Rosen haben einen wirksamen Alliierten im Kampf gegen das Heer der Blattläuse. Wo keine Gartengifte zum Einsatz kommen, fühlen sich Marienkäfer wohl. Jeder einzelne verschlingt in einem Sommer bis zu 10.000 Blattläuse.

Die letzte Folge des Zweiteilers "Geheimnisvoller Garten" folgt den großen und kleinen Dramen vom Sommer über den Winter bis zum erneuten Frühlingserwachen und zeigt auf spannende Weise, wie die verschiedenen Arten vor unserer Haustür zusammen leben und warum es gut und wichtig ist, wenn wir der Natur im Garten etwas mehr Raum geben.
 

Sa. 03.07.21 20:15 - 21:00 Uhr

Geheimnisvoller Garten

Frühlingserwachen 1/2

Der Garten gilt als Abbild des Paradieses, das bezeichnenderweise auch "Garten Eden" genannt wird. Die pflanzliche und tierische Vielfalt zeigt Filmemacher Jan Haft in der ersten Folge des Zweiteilers "Geheimnisvoller Garten".

Ein wunderschöner Garten galt schon immer als Abbild des Paradieses, das bezeichnenderweise auch "Garten Eden" genannt wird. Nicht allein die Natur führt hier Regie, sondern auch der Mensch. Er schafft sich in einem Garten seine eigene Welt voller betörender Formen, Farben und Düfte.

Aber auch jede Menge Pflanzen und Tiere, von denen man wenig weiß oder manchmal auch gar nichts wissen will, siedeln sich dort an. Die Natur prasst gerade in einem Garten nahezu verschwenderisch mit Farben und Formen. Aber nichts wird wirklich verschwendet. In der Natur wird alles wiederverwertet. Zum Beispiel das leere Schneckenhäuschen, das eine seltene Mauerbiene als Gehäuse für ihre Bienenlarve ausbaut.

Im Garten leben noch viel mehr Tiere, die kaum einer kennt. Das Mauswiesel, das kleinste Raubtier der Welt, macht Jagd auf lästige Wühlmäuse. Ebenso der Turmfalke, der mancherorts unter dem Dachfirst nistet. Die Kohlmeise verfüttert an die Jungen einer einzigen Brut etwa 10.000 Raupen. Ein Garten ohne tierische Helfer ist also undenkbar. Allein der Komposthaufen, auf dem die Küchenabfälle entsorgt werden, ist ein Ort, an dem es vor Leben nur so wimmelt. Der Zweiteiler "Geheimnisvoller Garten" beleuchtet die Vielfalt unserer Gärten dank neuester Technik in außergewöhnlichen Bildern, die so noch nie zu sehen waren.

Film von Jan Haft

Die zweiteilige Dokumentation wurde in drei Jahren Produktionszeit an insgesamt 350 Drehtagen realisiert. Es entstanden 130 Stunden Rohmaterial. Produziert worden sind 200 Zeitlupen mit speziellen HD-Zeitlupen-Kameras und 500 Zeitraffer mit zehn digitalen Fotoapparaten.
 

Sa. 03.07.21 21:02 - 21:47 Uhr

Geheimnisvoller Garten

Erntezeit 2/2

Seit mehr als 5000 Jahren legt der Mensch Gärten an. Zunächst reine Nutzgärten, wo man anpflanzte, was den Kochtopf bereicherte. Aber schon die alten Römer kultivierten Pflanzen allein wegen ihrer Schönheit. Neben dem Nutzgarten entstand so allmählich auch der Ziergarten. Schönheit und Nutzen sind im Garten oft zwei Seiten derselben Medaille. Ein Obstbaum ist im Frühling mit tausenden Blüten übersät - die wenigsten reifen zu Äpfeln. Neben dem Mensch erwarten im Herbst auch Tiere wie Igel und Wachholderdrossel die Früchte.

Allein in Deutschland gibt es 17 Millionen Gärten. Viele von ihnen bieten zahllosen Lebewesen eine Zuflucht: Singvögel, Siebenschläfer und seltene Reptilien etwa. Und nicht wenige der Gartenbewohner sind Verbündete des Gärtners im Kampf gegen Schädlinge. Feldwespen erledigen unzählige Schadinsekten. Die Tiere eines einzigen Feldwespennestes, das der Gartenbesitzer in Ruhe lässt, können im Laufe eines Sommers bis zu 500 Raupen fangen und töten, um sie an ihre Brut zu verfüttern. Auch die von vielen Gärtnern gehegten Rosen haben einen wirksamen Alliierten im Kampf gegen das Heer der Blattläuse. Wo keine Gartengifte zum Einsatz kommen, fühlen sich Marienkäfer wohl. Jeder einzelne verschlingt in einem Sommer bis zu 10.000 Blattläuse.

Die letzte Folge des Zweiteilers "Geheimnisvoller Garten" folgt den großen und kleinen Dramen vom Sommer über den Winter bis zum erneuten Frühlingserwachen und zeigt auf spannende Weise, wie die verschiedenen Arten vor unserer Haustür zusammen leben und warum es gut und wichtig ist, wenn wir der Natur im Garten etwas mehr Raum geben.
 

So. 04.07.21 11:05 - 11:30 Uhr

Löwenzahn

Ameisen - Rettet die Königin

Fritz Fuchs muss eine exotische Ameisenkönigin retten. Doch der Nachbar funkt dazwischen: Angeblich soll die fremde Ameise extrem giftig und lebensgefährlich sein - halb Bärstadt traut sich nicht mehr aus dem Haus.Eigentlich sollte Fritz für eine Freundin nur kurz ein paar Ameisen im Terrarium hüten. Aber durch ein Malheur entkommen einige - und darunter die Königin. Ohne sie ist der ganze Ameisenstaat dem Tod geweiht. Und was die Sache noch verschärft: Die Ameisen stammen aus dem warmen Süden und können bei uns nicht lange überleben.Auf den ersten Blick sind Ameisen äußerst fremdartige Krabbelwesen. Sie leben meist unter der Erde und scheinen rein gar nichts mit uns Menschen gemein zu haben. Von wegen! Sie sind nicht nur begnadete Ingenieure und Baumeister, sind sie überaus spezialisiert. Jede Ameise hat eine klar festgelegte Aufgabe. So können sie auch nur in der Gemeinschaft überstehen. Und das Faszinierendste von allem: Sie betreiben sogar Viehzucht.
 

So. 04.07.21 15:20 - 15:45 Uhr

SRF DOK

Die Bienenflüsterer - Nepal

Wildbienen sind zunehmend auf Schutz angewiesen. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht. In Nepal leben die Riesenbienen «Apis laboriosa». Sie bauen an felsigen Überhängen ein einziges, grosses Nest. Honig ist für die Einwohner nicht nur ein süsser Genuss, sondern auch ein Heil- und Rauschmittel.

Im Landesinneren von Nepal liegt das Annapurna-Massiv. In seinen zwischen 1500 und 3000 Meter hoch gelegenen Tälern herrscht ein ganz spezielles Klima – mit sehr kalten Wintern und drückender Hitze im Sommer. In der pflanzlichen Vielfalt haben sich besondere Bewohnende eingenistet: die Riesenbienen «Apis laboriosa». Bis zu drei Zentimeter lang können diese tiefschwarzen und robusten Insekten werden. Alle Jahre wieder bauen sie an felsigen Überhängen ein einziges, grosses Nest, ungefähr einen Meter lang und mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Der berühmteste Honigjäger der Region, Lal Bahadur, begibt sich jedes Frühjahr auf den Weg zum süssen Gold – und riskiert dabei sein Leben. Denn der Honig ist für die Menschen nicht nur ein süsser Genuss, sondern auch ein Allheil- und Rauschmittel.
 

So. 04.07.21 19:10 - 19:40 Uhr

Von Insekten und Landwirten - Ideen für die Artenvielfalt

Magazin

Insekten sterben - und mit ihnen viele andere Lebewesen. Schon lange sind Forscher alarmiert, und auch in der Gesellschaft ist die Botschaft angekommen, dass das Ökosystem in Gefahr ist.

Die Zahlen sprechen stark dafür, dass in den nächsten Jahren vieles verloren geht, was die Menschen für das eigene Überleben dringend brauchen. Die Bestäubungsleistung der Insekten zum Beispiel hat einen Wert von bis zu 500
Milliarden Euro im Jahr.

Rund die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung hängt von einer intakten Natur ab. Politikerinnen und Politiker haben Aktionspläne ins Leben gerufen – aber die Ziele werden meist nicht erreicht. Das Artensterben ist komplex, und es gibt viele Ursachen dafür. Ganz oben auf der Liste steht in vielen Studien die moderne Landwirtschaft.

Jahrhundertelang war die Landwirtschaft ein Garant für Artenvielfalt. Doch das hat sich geändert. Bauern müssen heute zu Billigpreisen für den Weltmarkt produzieren, die biologische Vielfalt bleibt dabei auf der Strecke. Das ist inzwischen auch vielen Landwirten bewusst. Biodiversität sei ein großes Thema. "Wir müssen uns darum kümmern, aber wir brauchen dann auch die Rahmenbedingungen, damit wir wirtschaftlich dazu beitragen können", sagen sie.

Die Gesellschaft steht in einem Spannungsfeld zwischen Nahrungsmittelproduktion und dem Erhalt der Natur. Ist dieses Dilemma zu lösen?
 

Mo. 05.07.21 01:25 - 02:15 Uhr

Netz Natur: Die Frage der Bienen

Reportage

Bienen sind ungemein wichtig. Als Bestäuber von Blüten sind sie nicht nur unentbehrliche Helfer des Menschen, sondern auch entscheidend für die Artenvielfalt. Doch sie sind in Gefahr.

Die Reportage aus der Reihe "NETZ NATUR" zeigt, wie es den kleinen Insekten, die Großes leisten, heute geht und welche Auswirkungen dies für Natur und Menschen hat.

Welche Fragen würde eine Biene den Menschen stellen, wenn es um die eigene Sicherheit geht? Und welche Fragen müssen wir uns im Hinblick auf die Bienen selbst stellen? Aus dem Blickwinkel der emsigen Insekten wird erzählt, wie wir Menschen die Natur in der Schweiz in wenigen Jahrzehnten fundamental verändert haben. Vielerorts ist die Landschaft von vielfältig bunter Natur zur durchrationalisierten, einheitlich grünfarbigen Fläche von Agrarprodukten geworden. Blumen und damit Nahrung für die Bienen gibt es oft nur in gestylten, künstlichen Gärten. Und es stellen sich Fragen: Wo bleibt der ökologische Ausgleich? Warum sind immer mehr Blumen giftig? Ist das Leben auf dem Land noch gesund?

Die "NETZ NATUR"-Reportage vollzieht mit historischen Bilddokumenten, die den Filmemachern aus dem Publikum zur Verfügung gestellt wurden, den historischen Wandel in der hiesigen Landschaft nach und wirft einen Blick hinter die Kulissen der modernen Landwirtschaft: Was hat die Existenz unzähliger Lebewesen und die eigene so dramatisch verändert? Wie sicher sind die Pestizide, ohne die die moderne Landwirtschaft anscheinend nicht auskommt? Wie laufen die hoch komplexen und millionenteuren Prozesse und Tests ab, die sicherstellen sollen, dass die Giftstoffe gegen Schädlinge in der Landwirtschaft für Mensch und Umwelt unschädlich sind?

Die Reportage taucht mit der winzigen Endoskop-Kamera ins faszinierende Reich der Honigwaben im Bienenstock ein und folgt dem Lebenslauf einer Arbeiterin im sozialen Bienenstaat. Sie fliegt mit der Nektarsammlerin auf Blütensuche kilometerweit in die Landschaft über saftige grüne Wüsten und heimtückisch bunt lockende Gärten. Der Blick der Sammlerin macht schnell klar, wo überall Fragen offen sind, die wir Menschen den Bienen zu beantworten haben: Was müsste sich ändern? Wer sind die Akteure? Und was müssten sie und wir tun, damit die Welt der Bienen wieder besser wird?
 

Mo. 05.07.21 17:20 - 17:50 Uhr

Die Bienenflüsterer

Indonesien - Der heilige Honigbaum

In den Feuchtgebieten des Sentarum-Sees auf der indonesischen Insel Borneo lebt die Riesenhonigbiene Apis dorsata. In den Wäldern der Seenlandschaft baut sie ihre Nester in den Wipfeln der großen Bäume, die hier als heilig gelten und Laulaus genannt werden. Das indigene Volk der Dayak verehrt die Riesenbiene, ihr Honig nimmt in seiner Kultur einen wichtigen Platz ein. Neben dem Fischfang ist der Verkauf von Honig eine der Haupteinnahmequellen.

Ouaksah gehört zu den wenigen Menschen, die mit Mut und Geschick eine gefährliche Tradition aufrechterhalten: Er klettert nachts auf die Bäume, um den Bienen ihren Honig zu rauben. Ouaksah ist einer der letzten Honigjäger, die diese nächtliche Ernte betreiben, die auch eine spirituelle Bedeutung besitzt. Ouaksah trägt dabei weder Schuhe noch Handschuhe, lediglich Stirnlampe und Imkerpfeife. Beim Aufstieg in den Wipfel singt er Gebete, um die Geister des heiligen Baums zu besänftigen. Die Honigjäger müssen schnell arbeiten: Zuerst vertreiben sie die Bienen mit dem Smoker, dann schneiden sie das aus einer großen Wabe bestehende Nest ab. Das Honigsammeln ist eine extrem riskante Angelegenheit: Ein einziger Fehltritt und es droht ein tödlicher Sturz in die Tiefe.

Am Fuße des Baumes warten Ouaksahs Cousins. In geduldiger Feinarbeit reicht er ihnen die honiggefüllten Bienenwaben herunter. Dank seiner reichen Beute kann sich seine Familie auf einige sorgenfreie Monate freuen.
 

Di. 06.07.21 05:50 - 06:15 Uhr

Die Bienenflüsterer

Argentinien - Auf der Suche nach dem Paradies

Im Nordosten Argentiniens bahnt sich der Río Paranà seinen Weg zum Meer und erweitert sich kurz davor zu einem 15.000 Quadratkilometer großen Delta. Die Region ist ein ökologisches Paradies. Aber wie lange noch? Ernstzunehmende Warnungen kommen vor allem von den Imkern, die ihre Schützlinge tagtäglich beobachten. Stets lieferten diese Bienen – eine Kreuzung aus deutschen und italienischen Unterarten der Europäischen Honigbiene Apis mellifera – einen im ganzen Land begehrten Honig. Doch inzwischen klagen Pedro und Ezequiel über ein außergewöhnlich hohes Bienensterben und suchen verzweifelt nach Gegenmaßnahmen.

Auf mehr als 50 Prozent der Ackerflächen Argentiniens wird Soja angebaut. Um einen Weg aus der Finanzkrise von 2002 zu finden, setzte das Land massiv auf die Monokultur genmodifizierter Sojabohnen. Die Pflanzen werden mit Schädlingsbekämpfungsmitteln bespritzt, sobald die ersten Keimblättchen aus dem Boden ragen. Damit werden die Felder für Bienen zur Giftfalle. Die Sojafelder werden immer größer und es gibt kaum noch andere Blütenpflanzen. Die Bienen sind die Ersten, die dieser Entwicklung zum Opfer fallen.

Den Imkern bleibt nichts anderes übrig, als ihre Bienenstöcke einmal im Jahr an andere Standorte zu bringen. 210 Bienenstöcke mit insgesamt vier Millionen Tieren werden dabei in neues Weidegebiet gebracht. Auf den Inseln des Flussdeltas können sich Pedros und Ezequiels Insekten erholen. Hier ist die Natur noch intakt. Erst nach den Spritzeinsätzen auf den Sojafeldern kehren sie zurück, um sich von den wenigen Blüten zu ernähren, die übriggeblieben sind. Es ist ein Spießrutenlauf zwischen den Naturgewalten und den Auswirkungen der modernen Agrarwirtschaft.
 

Mi. 07.07.21 07:25 - 07:55 Uhr

rbb Wissen

Das leise Sterben der Bienen und Schmetterlinge

Die Anzahl der Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge ist in den vergangenen Jahren in Brandenburg dramatisch zurückgegangen, wie Thomas Schmitt vom Senckenberg-Institut für Entomologie Müncheberg am Beispiel der Tagfalter beobachtet.

Als der Imker Reiner Gabriel aus Glienick bei Zossen im April seine Bienenkästen öffnete, waren dreißig Prozent seiner Völker tot. Seit Jahren schaffen es viele Honigbienen nicht über den Winter. Krankheiten und Parasiten wie die Varroamilbe setzen ihnen zu, aber auch neue Gefahren, die für alle Bestäuberinsekten in den Agrarlandschaften lauern.

Randolf Menzel, Neurobiologe an der FU Berlin, hat entdeckt, dass die phantastische Orientierungsfähigkeit der Bienen und anderer Insekten durch Insektizide der Landwirtschaft massiv gestört wird. Aber auch die Landschaftsveränderungen haben das leise Sterben der Insekten ausgelöst, wie die Autorinnen Maren Schibilsky und Iduna Wünschmann herausfanden.
 

Mi. 07.07.21 13:30 - 14:15 Uhr

Die Bienenbotschafter

Dokumentation

"Wir müssen lernen, mit den Augen der Bienen zu sehen; denn wenn es den Bienen gut geht, geht es dem Menschen auch gut", sagen Antonio Gurliaccio und Moses Martin Mrohs aus Karben. Beide arbeiten in der Eventbranche und hatten 2012 den Kinofilm "More than Honey" gesehen, in dem es um das weltweit verbreitete Bienensterben geht.

Das hat ihr Leben verändert. Antonio nahm an Imkerlehrgängen teil, lernte in Polen und in der Schweiz die uralte Form der Waldbienenhaltung kennen, und zusammen gründeten sie die "Bienenbotschaft", um den bedrohten Insekten zu helfen. Heute bauen sie Naturnistplätze für die Honigbiene, um den Tieren die natürlichen Lebensbedingungen zurückzugeben und so die Gesundheit der Völker zu stärken. Und sie wollen - durch Workshops und Führungen - mehr Bewusstsein schaffen für eine artgerechte Bienenhaltung in der Imkerei. Inzwischen arbeiten sie mit renommierten Wissenschaftlern zusammen, unter anderem mit Bienenforschern der Universität Würzburg. Die These der "Bienenbotschafter": Das Problem liegt vor allem in der Art und Weise, wie wir mit Bienen umgehen und wie wir sie halten. "Wir müssen endlich umdenken: Nicht die Honiggewinnung, sondern das Wohlergehen der Tiere muss im Fokus stehen."

Filmautorin Juliane Hipp begleitet die beiden "Bienenbotschafter" bei ihrer Arbeit auf dem Land und in der Stadt, etwa im Kaichener Wald in der Wetterau, im Botanischen Garten in Frankfurt und auf dem Dach der Frankfurt School of Finance & Management.
 

Mi. 07.07.21 17:20 - 17:50 Uhr

Die Bienenflüsterer

Slowenien - Der Hüter der Carnica-Biene

Slowenien ist das einzige europäische Land, das sich seine einheimische Bienenart erhalten konnte: Apis mellifera carnica, auch als Krainer oder Kärntner Biene bekannt. Die Imkerei wird hier seit Jahrhunderten gepflegt und hat die slowenische Geschichte und Kultur mitgeprägt. Ob Berufsimker oder Laien, die Slowenen haben großen Respekt vor der Carnica und den Traditionen, die mit ihr in Verbindung stehen.

Brane Kozinc stammt aus einer Imkerfamilie, in der die Leidenschaft für die Bienen seit vier Generationen vom Vater an den Sohn weitergegeben wird. Mit den Carnica-Bienen kam er schon als kleiner Junge in Kontakt, unter der liebevollen Aufsicht seines Großvaters. Heute ist Brane einer der 15 staatlich anerkannten Imker Sloweniens und züchtet reinrassige Carnica-Bienen.

Dabei hält er sich an die Weisungen der Forschung und wendet bei der Auswahl der Königinnen nur ausgewiesene Techniken an. Der Schutz der Carnica ist für Brane zur Priorität geworden. Seine Bienenstöcke stehen auf dem Triglav, dem höchsten Gipfel der Julischen Alpen und Sloweniens. Die Klimabedingungen sind so extrem, dass Bienen hier normalerweise nicht überleben würden – nur die Carnica-Biene ist dazu in der Lage.

Diese Bienenart zeichnet sich durch ihre Friedfertigkeit und ihren exzellenten Honig aus, so dass sie in Slowenien sogar die einzig zugelassene Bienenart ist. Für Brane ist die Zucht der Carnica-Biene nicht nur eine Leidenschaft, sondern auch eine notwendige Voraussetzung für die Zukunft der Imkerei. Unter den staatlich anerkannten und streng kontrollierten Bienenzuchtbetrieben ist er der einzige, der seine Bienenköniginnen in die ganze Welt exportiert.
 

Do. 08.07.21 12:15 - 12:40 Uhr

SRF DOK

Die Bienenflüsterer - Nepal

Wildbienen sind zunehmend auf Schutz angewiesen. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht. In Nepal leben die Riesenbienen «Apis laboriosa». Sie bauen an felsigen Überhängen ein einziges, grosses Nest. Honig ist für die Einwohner nicht nur ein süsser Genuss, sondern auch ein Heil- und Rauschmittel.

Im Landesinneren von Nepal liegt das Annapurna-Massiv. In seinen zwischen 1500 und 3000 Meter hoch gelegenen Tälern herrscht ein ganz spezielles Klima – mit sehr kalten Wintern und drückender Hitze im Sommer. In der pflanzlichen Vielfalt haben sich besondere Bewohnende eingenistet: die Riesenbienen «Apis laboriosa». Bis zu drei Zentimeter lang können diese tiefschwarzen und robusten Insekten werden. Alle Jahre wieder bauen sie an felsigen Überhängen ein einziges, grosses Nest, ungefähr einen Meter lang und mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Der berühmteste Honigjäger der Region, Lal Bahadur, begibt sich jedes Frühjahr auf den Weg zum süssen Gold – und riskiert dabei sein Leben. Denn der Honig ist für die Menschen nicht nur ein süsser Genuss, sondern auch ein Allheil- und Rauschmittel.
 

Do. 08.07.21 17:20 - 17:45 Uhr

Die Bienenflüsterer

Indien - Flüssiges Gold in schwindelnder Höhe

Im Südwesten Indiens, an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Karnataka, Kerala und Tamil Nadu, liegen die Nilgiri-Berge, was so viel wie "die blauen Berge" bedeutet. Sie gehören zu dem über 5.000 Quadratkilometer großen Biosphärenreservat Nilgiri, einem der artenreichsten Ökosysteme weltweit.

Jahr für Jahr warten die seit Urzeiten als Jäger und Sammler lebenden Bergbewohner auf die Rückkehr der Riesenhonigbiene Apis dorsata, die das Jahr über auf Wanderschaft ist. Die Honigsaison dauert vier Monate. Den Nektar und Pollen liefern hauptsächlich die Blüten von vier Pflanzenarten: Naga, Koli, Biskoti und Aniké. In den "blauen Bergen" blühen diese Pflanzen während der vier Monate vor dem Monsun. Sobald ihre Blütezeit vorbei ist und die Bienen hier keine Nahrung mehr finden, suchen sie ein neues Trachtgebiet und wandern dafür bis zu 200 Kilometer weit.

Bei der Apis dorsata handelt es sich um die aggressivste Bienenart der Welt, die ihre Nester in Baumwipfeln und an Felsüberhängen baut. Mit über zwei Zentimeter Länge ist die Apis dorsata fast doppelt so groß wie die meisten anderen Arten.

Chinasami und Jadayan gehören zwei unterschiedlichen indigenen Volksgruppen an, vereint durch die Jagd nach dem begehrten Honig. Ein riskantes Unterfangen, das heutzutage kaum noch jemand wagt: Auf riskanten Kletterpartien hangeln sich die Honigsammler an Strickleitern an den steilen Felswänden entlang und verjagen die Riesenhonigbienen mit Rauch, um an die Waben zu gelangen.

Chinasami und Jadayan wollen auch ihre Söhne und Neffen zu Honigjägern ausbilden, um die Existenz der Familien in Zukunft zu sichern und eine jahrhundertealte Tradition am Leben zu erhalten.
 

Fr. 09.07.21 03:05 - 03:50 Uhr

Das geheime Leben der Pflanzen

Liebesdiesnte

Da Pflanzen sich nicht fortbewegen können, sind sie bei ihrer Bestäubung auf tierische Unterstützung angewiesen. Dabei machen sie sich die Triebe und Instinkte ihrer Helfer zunutze. Der Frauenschuh ködert Bienen mit Hilfe seiner violetten Färbung. Die Tiere werden im Blütenkessel gefangen und von dort aus zum Pollen geleitet. Bestimmte Orchideenarten erinnern nicht nur optisch an Pilze, sondern verströmen auch einen pilzartigen Geruch. Auf diese Weise werden Fliegen angelockt, die dann als Bestäuber dienen.
 

Fr. 09.07.21 17:20 - 17:50 Uhr

Die Bienenflüsterer

Italien - Siziliens Dunkle Biene

Im Tyrrhenischen Meer, nördlich von Sizilien, liegt ein Vulkan-Archipel mit dem Namen Liparische Inseln. Vor rund 30 Jahren wurde die Sizilianische Dunkle Honigbiene oder Apis mellifera sicula von anderen Bienenarten verdrängt, die aus Norditalien Einzug gehalten hatten. Bis der sizilianische Imker Carlo Amodeo eine Kolonie in einem verlassenen Bienenstock fand und rettete.

Carlo hat zwei Leidenschaften: das Meer – und die Bienen. Er fährt von Insel zu Insel mit einer Mission: dem Schutz und der Vermehrung der Insekten, die er „seine Kaiserinnen“ nennt. Doch nach wie vor ist diese Bienenart zahlreichen Gefahren wie etwa Pestiziden ausgesetzt. Genetisch reine Sizilianische Bienen kommen mit den extremen Klimabedingungen auf Sizilien gut zurecht. Sie sind auch bei Temperaturen über 40 Grad Celsius noch sehr produktiv und die starken Winde können ihr nichts anhaben.

Die vor einer Million Jahren aus einem submarinen Vulkan entstandene Insel Filicudi ist der wildeste und entlegenste Teil des Archipels. Die Landschaft ist rau, karg und schroff. Imker Carlo besitzt hier ein kleines Haus. Wie auf allen anderen Inseln hat er auch auf Filicudi rund hundert Bienenstöcke aufgestellt. Mehrmals pro Woche schaut er nach, ob es den Königinnen gut geht. Im Sommer besuchen zahlreiche Touristen die Liparischen Inseln, kleine Paradiese zwischen Himmel und Meer. Dank der unermüdlichen Arbeit, Pflege und Obhut von Imker und „Bienenflüsterer“ Carlo sind die einheimischen Sizilianischen Bienen hier nun wieder zu Hause.
 

Sa. 10.07.21 01:30 - 02:15 Uhr

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07:15 - 08:00 Uhr

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17:15 - 18:00 Uhr

Winzige Wunder - Insekten

Die Wiese des Schreckens

Sie lieben das Horror-Genre? Grausame Todesfälle, Massenmörder und trickreiche Killer? Wundersame Rettungen in letzter Sekunde geben Ihnen den besonderen Kick? Nach diesem Film wissen Sie: Der beste und gruseligste Tatort ist die nächste Wiese. Die Dokumentation führt die Zuschauer mit Hilfe von Superzeitlupen, Zeitraffern und Makroaufnahmen in die Welt der heimischen Käfer und zeigt faszinierende Verhaltensweisen, die normalerweise im Verborgenen bleiben.

Sie lieben das Horror-Genre? Grausame Todesfälle, Massenmörder und trickreiche Killer? Wundersame Rettungen in letzter Sekunde geben Ihnen den besonderen Kick? Den Tatort am Sonntag können Sie gar nicht abwarten?

Nach diesem Film wissen Sie: Der beste und gruseligste Tatort ist die nächste Wiese.

Die Dokumentation führt den Zuschauer mit Hilfe von Superzeitlupen, Zeitraffern und Makroaufnahmen in die Welt der heimischen Käfer und zeigt faszinierende Verhaltensweisen, die uns normalerweise verborgen bleiben.
 

Sa. 10.07.21 02:15 - 03:00 Uhr

+

08:00 - 08:45 Uhr

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18:00 - 18:45 Uhr

Winzige Wunder - Insekten

Gottes Lieblinge

Käfer krabbeln schon seit mindestens 240 Millionen Jahren über unseren Planeten. Ein Viertel aller Tierarten weltweit sind Käfer, sie haben fast jeden Lebensraum erobert und jede globale Katastrophe überlebt. Gut 380.000 Arten sind der Wissenschaft bekannt und jedes Jahr werden Hunderte neue Arten entdeckt. Warum sind ausgerechnet sie so erfolgreich? Die Dokumentation führt die Zuschauer mit Hilfe von Superzeitlupen, Zeitraffern und Makroaufnahmen in die Welt heimischer Insektenarten und zeigt faszinierende Verhaltensweisen, die normalerweise verborgen bleiben.

Käfer krabbeln schon seit mindestens 240 Millionen Jahren über unseren Planeten.

Ein Viertel aller Tierarten weltweit sind Käfer, sie haben fast jeden Lebensraum erobert und jede globale Katastrophe überlebt. Warum sind ausgerechnet sie so erfolgreich?

Die Dokumentation führt den Zuschauer mit Hilfe von Superzeitlupen, Zeitraffern und Makroaufnahmen in die Welt heimischer Insektenarten und zeigt faszinierende Verhaltensweisen, die uns normalerweise verborgen bleiben.
 

Sa. 10.07.21 03:00 - 03:45 Uhr

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08:45 - 09:30 Uhr

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18:45 - 19:30 Uhr

Winzige Wunder - Insekten

Wenn die Eiszeit kommt

Wenn es Winter wird, verschwinden die Insekten aus Wiesen und Wäldern. Dann ist es vorbei mit dem Summen und Brummen.

Zugvögel wie Kraniche oder Schwalben ziehen in den Süden, viele Säugetiere wie Hirsche bekommen ein dichtes Winterfell oder ziehen sich wie Siebenschläfer und Murmeltier zum Winterschlaf zurück.

Was aber machen Insekten? Und wieso sind sie im nächsten Jahr alle wieder da?

Moderne Kameratechnik zeigt die winzigen Wunder hautnah und überlebensgroß in technisch brillanten hochaufgelösten Aufnahmen.
 

Sa. 10.07.21 09:30 - 10:00 Uhr

+

19:30 - 20:00 Uhr

Zum Schutz der Tiere

Einsatz für bedrohte Arten

Die biologische Vielfalt auf der Erde ist in Gefahr: Rund eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Immer mehr Wildtiere und Insekten werden in den nächsten Jahren für immer verschwinden.

Weltweit kämpfen Menschen für einen lebendigen Planeten. Mit neuen Ansätzen und persönlichem Engagement wollen sie die Biodiversität stärken, denn davon hängt auch die Existenz von uns Menschen ab.

Wenn Christina Grätz ein ganzes Ameisenvolk umsiedelt, macht sie das mit den bloßen Händen. Die Diplom-Biologin wird dann gerufen, wenn die Nester der geschützten Insekten den Menschen im Weg sind. Grätz kennt die Relevanz der Ameisen für die Ökosysteme und will so viele Individuen wie möglich retten. Deshalb evakuiert sie Lkw-Ladungen von Ameisen und sucht für sie mühsam einen neuen, sicheren Wohnort.

Thomas Hennig leitet das älteste Wisent-Gehege Deutschlands. Der Forstbeamte ist davon überzeugt, dass der Wisent, Europas größter Pflanzenfresser, ein essenzieller Bestandteil der europäischen Natur ist. Trotzdem glaubt Henning nicht, dass man Wisente in Deutschland wieder ansiedeln kann. Die Bedürfnisse der Land- und Forstwirtschaft sind zu dominant. Heute leben wieder über 3100 Europäische Bisons in Freiheit, 60 davon in den Rumänischen Karpaten. Nun erfüllt sich Hennig einen lang gehegten Wunsch: Eine Herde Wisente aus seinem Gehege soll in Rumänien ausgewildert werden.

Dr. Marlene Zähner ist eigentlich Tierärztin für Nutztiere aber eine Anfrage aus der Demokratischen Republik Kongo machte die Schweizerin nebenbei zur Leiterin einer Hundestaffel des Virunga-Nationalparks. Dort werden beim sogenannten Mantrailing Wildernde mit Bluthunden aufgespürt. Marlene Zähner wäre jetzt mit vier Junghunden zur Ausbildung im Kongo doch die Corona-Pandemie verhindert das. Während sie in der Schweiz festsitzt, trainiert sie die Bluthunde und versucht via Social Media, ihre kongolesischen Kolleg*innen vor Ort zu unterstützen.

Mit COVID-19 ist der Druck stark angestiegen, insbesondere wegen der berühmten Gorillas im Süden Virungas. Einige der ansässigen Menschen können sich kaum ernähren und jagen im Park. Gorillas sind nicht mal das Ziel, geraten aber immer wieder in die Tierfallen.

Die Ranger*innen spüren, unter Einsatz ihres Lebens, mit ihren Hunden die Wildernden auf. Gleichzeitig beteiligen sie die Zivilbevölkerung an ihrer Arbeit, verhindern so den Tod zahlloser Wildtiere und helfen der Artenvielfalt im Kongo.
 

Sa. 10.07.21 10:55 - 11:20 Uhr

SRF DOK

Die Bienenflüsterer - Nepal

Wildbienen sind zunehmend auf Schutz angewiesen. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht. In Nepal leben die Riesenbienen «Apis laboriosa». Sie bauen an felsigen Überhängen ein einziges, grosses Nest. Honig ist für die Einwohner nicht nur ein süsser Genuss, sondern auch ein Heil- und Rauschmittel.

Im Landesinneren von Nepal liegt das Annapurna-Massiv. In seinen zwischen 1500 und 3000 Meter hoch gelegenen Tälern herrscht ein ganz spezielles Klima – mit sehr kalten Wintern und drückender Hitze im Sommer. In der pflanzlichen Vielfalt haben sich besondere Bewohnende eingenistet: die Riesenbienen «Apis laboriosa». Bis zu drei Zentimeter lang können diese tiefschwarzen und robusten Insekten werden. Alle Jahre wieder bauen sie an felsigen Überhängen ein einziges, grosses Nest, ungefähr einen Meter lang und mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Der berühmteste Honigjäger der Region, Lal Bahadur, begibt sich jedes Frühjahr auf den Weg zum süssen Gold – und riskiert dabei sein Leben. Denn der Honig ist für die Menschen nicht nur ein süsser Genuss, sondern auch ein Allheil- und Rauschmittel.
 

So. 11.07.21 16:30 - 17:00 Uhr

planet b: Das Insekten Mysterium

Zwischen Plage und Artensterben

Borkenkäfer fressen sich durch unsere Wälder. Die Brennhaare Tausender Eichenprozessionsspinner verbreiten Schrecken. Gleichzeitig sterben unzählige Insekten. Wie passt das zusammen?

Massive Eingriffe des Menschen in die Natur führen zu einem dramatischen Artensterben, auch bei den Insekten. Verschwunden sind viele natürliche Feinde von Borkenkäfern oder Eichenprozessionsspinnern, sodass sich diese immer weiter ausbreiten können.

Das Problem ist bekannt, die Lösung schwierig: Monatelang rang die Bundesregierung um ein sogenanntes Insektenschutzgesetz. Erst im Juni verabschiedete der Bundestag entsprechende Maßnahmen, darunter die Ausweitung von Biotopen und die Eindämmung des Einsatzes von Pestiziden.

"Ohne Insekten kann auch der Mensch langfristig nicht überleben", prognostiziert Prof. Lars Krogmann, Entomologe an der Uni Hohenheim und Interimsdirektor des Naturkundemuseums Stuttgart. Viele Tausend Arten seien nützlich, nicht nur die allseits bekannte Honigbiene. Insekten ernähren sich von anderen Insekten. Fehlen die natürlichen Feinde, breiten sich einige Arten explosionsartig aus.

So zum Beispiel der Eichenprozessionsspinner. Dessen Brennhaare können gefährliche, allergische Reaktionen auslösen. Seinetwegen werden Spielplätze und Schulhöfe gesperrt, mancherorts werden Bacillus-thuringiensis-Präparate gegen die Plage eingesetzt. Das Mittel gilt als biologisch gut verträglich.

Prof. Wolfgang Rohe von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen aber warnt: "Auch dieses Mittel führt zu Kollateralschäden. Viele Nützlinge in den Eichen werden mit abgetötet." Der Wissenschaftler erforscht, welche Insektenarten genau von dem Biozid mit dem Bacillus thuringiensis getroffen werden, und kommt zu dem Schluss: "Besser wäre es, die natürlichen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners anzusiedeln."

"planet e." zeigt, wie das Artensterben und die plageartige Verbreitung einzelner Insekten zusammenhängen.
 

Mo. 12.07.21 05:50 - 06:15 ,Uhr

Die Bienenflüsterer

Nepal, die Riesenbiene der Gurung

Im Landesinneren von Nepal liegt das Annapurna-Massiv. In seinen zwischen 1.500 und 3.000 Meter hoch gelegenen Tälern herrscht ein ganz spezielles Klima – mit sehr kalten Wintern und drückender Hitze im Sommer. In der pflanzlichen Vielfalt haben sich besondere Bewohner eingenistet: die Riesenbienen Apis laboriosa. Bis zu drei Zentimeter lang können diese tiefschwarzen und robusten Insekten werden. Alle Jahre wieder bauen sie an felsigen Überhängen ein einziges, großes Nest, ungefähr einen Meter lang und mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Der berühmteste Honigjäger der Region, Lal Bahadur, begibt sich jedes Frühjahr auf den Weg zum süßen Gold – und riskiert dabei sein Leben. Doch der Honig ist für die Menschen mehr als nur ein süßer Genuss, sondern auch ein Allheil- und Rauschmittel. Bevor Lal Bahadur aufbricht, muss er seine Reisegefährten auswählen. Zusammen stellen sie aus Bambus das Arbeitsmaterial für das gefährliche Unterfangen her: Seile, Körbe, Haken und vor allem eine 50 Meter lange Strickleiter. Es darf kein Fehler passieren, denn Lal Bahadurs Leben hängt bei der Honigjagd wortwörtlich am seidenen Faden. Der Tag der Honigjagd ist gekommen: Nach vier Stunden erreichen sie eine nackte Felswand, an der die Bienen ihr Nest gebaut haben. Barfuß und ohne Schutzkleidung steigt der Honigjäger die Leiter hinunter, die seine Gefährten mit bloßen Händen festhalten. Nun bohrt er zwei Löcher in die Nestwand und versucht, eine kleine Schlinge hindurchzuziehen. Die Kunst ist, die Wabe aufzufangen, sobald sie sich vom Felsen löst. Jetzt darf nichts schiefgehen, sonst war die ganze Mühe umsonst …
 

Mo. 12.07.21 09:30 - 10:00 Uhr

rbb Wissen

Das leise Sterben der Bienen und Schmetterlinge

Die Anzahl der Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge ist in den vergangenen Jahren in Brandenburg dramatisch zurückgegangen, wie Thomas Schmitt vom Senckenberg-Institut für Entomologie Müncheberg am Beispiel der Tagfalter beobachtet.

Als der Imker Reiner Gabriel aus Glienick bei Zossen im April seine Bienenkästen öffnete, waren dreißig Prozent seiner Völker tot. Seit Jahren schaffen es viele Honigbienen nicht über den Winter. Krankheiten und Parasiten wie die Varroamilbe setzen ihnen zu, aber auch neue Gefahren, die für alle Bestäuberinsekten in den Agrarlandschaften lauern.

Randolf Menzel, Neurobiologe an der FU Berlin, hat entdeckt, dass die phantastische Orientierungsfähigkeit der Bienen und anderer Insekten durch Insektizide der Landwirtschaft massiv gestört wird. Aber auch die Landschaftsveränderungen haben das leise Sterben der Insekten ausgelöst, wie die Autorinnen Maren Schibilsky und Iduna Wünschmann herausfanden.
 

Mo. 12.07.21 17:20 - 17:50 Uhr

Die Bienenflüsterer

Mexiko: Die Biene der Maya

Der mexikanische Bundesstaat Campeche liegt auf der Halbinsel Yucatán, im Zentrum eines Gebiets, das drei Jahrtausende lang die Heimat einer der ältesten Kulturen der amerikanischen Kontinente war: der Maya. Ihren Lebensraum teilten sie mit einer Bienenart, die sie als Gottheit verehrten: der Melipona beecheii. Mit Ankunft der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert kam auch die produktivere europäische Honigbiene ins heutige Mexiko und hat die heimische Melipona nach und nach verdrängt. Vor 20 Jahren beschloss im Dorf Tankuche die Familie Pat, die jahrhundertelang in Vergessenheit geratenen Imkermethoden ihrer Vorfahren wiederzuerlangen und die stachellose Biene auf diese Weise vom Aussterben zu retten. Im Schutz seines Hauses hat Vidal Pat ihren natürlichen Lebensraum aus ausgehöhlten Baumstämmen nachgebaut. Die „königliche Dame“, wie die Maya sie nannten, unterscheidet sich in einigen Punkten von ihren europäischen Verwandten: Sie ist kleiner und zierlicher, aber vor allem ist sie wählerischer, was den Pollen betrifft. Die Melipona-Bienen fliegen weitere Wege und besuchen mehr Pflanzenarten. Dadurch ist ihr Honig aromatischer, allerdings produzieren sie deswegen auch weniger Honig. Der Tag der Toten wird hier auch der Melipona-Biene gewidmet, denn ihre Gaben benötigen die Menschen für das Fest: Honig für die Opfergaben und Bienenwachs für die Kerzen. Nach dem Gottesdienst widmet sich Vidal mit seinem Sohn wieder der Honigernte und entdeckt eine seltene Besonderheit: Die Brutzellen der Bienen bilden eine Pyramide, die der Tempelpyramiden der Maya ganz ähnlich sieht. Noch etwas, was die Insekten mit dieser alten Kultur verbindet …
 

Mi. 14.07.21 05:50 - 06:20 Uhr

Die Bienenflüsterer

Kenia: Die Biene der Yaaku und der Vogel

Am Fuße des Mount Kenya in Ostafrika erstrecken sich die Hochebenen des Laikipia-Plateaus. Die dünn besiedelte Region ist ein Paradies für große Säugetiere, doch ihre endlosen Weiten bieten auch Lebensraum für eine kleine Insektenart – die Apis mellifera monticola. Nicholas gehört zu den Yaaku, einer ethnischen Volksgruppe, der rund 2.000 Menschen angehören. Für ihn sind diese Bienen weit mehr als nur Honiglieferanten. Nachdem die Gemeinschaft der Yaaku in den 30er Jahren von den Massai-Kriegern angegliedert wurde, übernahmen sie deren Bräuche, Lebensweisen und Sprache. Die Massai lieben Honig, aber vor Bienen haben sie großen Respekt. Die Yaaku hingegen blicken auf eine lange Tradition der Bienenhaltung zurück und arbeiten bis heute mit den Methoden ihrer Vorfahren: ausgehöhlte Stücke von Baumstämmen werden als Bienenstöcke aufgehängt. Nur so sind sie sicher vor dem Honigdachs, einer Marderart, die es – wie der Name schon sagt – auf Honig abgesehen hat. Auch Elefanten machen den Bienen das Leben schwer: Bei der Nahrungssuche nach Zweigen und Blättern kommt es immer wieder vor, dass die Dickhäuter die Bienenstöcke von den Bäumen herunterreißen. Bisweilen sammeln die Yaaku auch den Honig der wilden Bienen aus der Region. Dabei hilft ihnen ein schwarzer Vogel, der Große Honiganzeiger. Er gehört zu den wenigen Vogelarten, die Wachs fressen und verdauen können. Aber alleine kommt er an das Wachs nicht heran – dazu braucht er die Unterstützung der Yaaku, die er im Gegenzug zu den Nestern führt. Die Honigernte bestimmt auch den Festkalender der Yaaku. Zu allen besonderen Anlässen und vor allem auf Hochzeiten wird Met serviert. Nicholas zweite Frau hat ihn vor allem wegen der Bienenstöcke geheiratet. Den Brautpreis hat er den künftigen Schwiegereltern in Honig bezahlt. Bis heute gilt ihm Honig als Symbol für Reichtum, Frieden und häusliches Glück.
 

Do. 15.07.21

+

Fr. 16.07.21

03:20 - 04:10 Uhr

+

17:10 - 18:05 Uhr

SRF DOK

Die Superkolonie - Waldameisen ganz gross

Der Jura beherbergt eine der grössten Ameisenkolonien der Welt. Über tausend Nester sind miteinander verbunden, bevölkert von mehr als einer Milliarde Individuen, wie Experten schätzen. Das friedliche Zusammenleben in dieser Superkolonie ist aussergewöhnlich – aber offensichtlich ein Erfolgsrezept.

Ameisen sind sehr soziale Wesen – sie leben in grossen Gemeinschaften, in denen jedes einzelne Tier ganz bestimmte Aufgaben erfüllt. Sie sorgen für ihre Königin und deren Nachkommen, schaffen Nahrung herbei und pflegen ihren Bau. Meist verläuft das Ameisenleben in ebenso geregelten wie friedlichen Bahnen – aber gelegentlich kommt es zu heftigen Konflikten und gnadenlosen Kämpfen zwischen rivalisierenden Völkern.

In der näheren Umgebung der Superkolonie leben weitere Waldameisenvölker, allerdings bevölkert jedes davon nur einen einzelnen Haufen und zeigt zudem auch ein vollkommen anderes Verhalten. Im Gegensatz zu den friedlichen Artgenossen der Superkolonie sind die Angehörigen der Einzelvölker aggressiv und kriegerisch: Immer wieder kämpfen sie intensiv gegen ihre Nachbarn um Ressourcen und jeder Konflikt fordert Zehntausende Tote.

Die einen leben also in friedlicher Koexistenz, während die anderen opferreiche Kriege austragen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel: Warum zeigen Ameisen ein und derselben Art – noch dazu in direkter Nachbarschaft – ein derart unterschiedliches Verhalten? Und was sagt das generell über die Überlebensstrategien der Evolution aus?
 

Do. 15.07.21 09:50 - 10:30 Uhr

Mitbestimmung im Tierreich (1/2)

Die Macht geht vom Volk aus

Zahlreiche Tierarten leben in Rudeln, Herden, Schwärmen. Doch wer gibt die Richtung an, wenn es darauf ankommt? Wer entscheidet, wo das Nest gebaut wird? Wer sagt, ob die Jagd weitergeht oder nicht?...
Eine demokratische Mehrheit ist eine weitaus bessere Überlebensgarantie als jede Tyrannei. Viele Tierarten, die dutzende, ja sogar tausende Individuen umfassen, treffen ihre Entscheidungen auf gleichberechtigte Weise und folgen keinem Anführer. Eine Reise in die europäische Fauna, wo „abgestimmt“ und dann erst gehandelt wird.Vielleicht haben die Griechen die Demokratie ja gar nicht erfunden …
 

Do. 15.07.21 10:55 - 11:55 Uhr

Planet Wissen

Die heilende Kraft der Tiere

Tiere verfügen über einzigartige Eigenschaften und Fähigkeiten. Ihr Geruchssinn hilft, Vermisste zu finden, Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder sogar Corona-Viren aufzuspüren. Tiergifte, in der richtigen Dosis, können für Menschen wirkungsvolle Heilsubstanzen sein, oder auch Grundlage für die Entwicklung von Medikamenten. Schon Siegmund Freud setzte auf die emotionale Wirkung von Tieren auf Menschen in der Psychotherapie. Was können Tiere als "Therapeuten" leisten? Wo liegen die Grenzen? Und wie wichtig sind tierische Substanzen für die Medizin?

Zu Gast im Studio sind: Dr. Rainer Wohlfarth, Psychotherapeut und Spezialist für tiergestützte Therapien; Bettina Mutschler, Ani.Motion - Institut für tiergestützte Therapien, Sasbachwalden und Prof. Andreas Vilcinskas, Institut für Insektenbiotechnologie, Universität Giessen. Der Biologe erforscht die Eigenschaften, Fähigkeiten von Insekten. Unter anderem auch die Wirkung von Biomolekülen.
 

Do. 15.07.21 14:05 - 14:30 Uhr

Die Bienenflüsterer

Frankreich

In den Cevennen im Süden Frankreichs sind an fast jedem Haus Bienenstöcke zu sehen, die den Völkern der Dunklen Europäischen Biene ein Zuhause bieten. Doch ihre Zahl geht kontinuierlich zurück. Bienenhirte Stéphane Libéri wandert von Tal zu Tal, um dieses wertvolle Kulturgut der Cevennen zu retten.

Honig ist seit jeher ein Grundnahrungsmittel der Bergbewohnenden. Die Bienen werden in sogenannten Klotzbeuten gehalten, die ihren natürlichen Nestern in hohlen Baumstämmen nachempfunden sind. Die Klotzbeuten werden in Kastanienholz gefertigt und mit einer Schieferplatte beschwert. Stéphane liebt die Cevennen und ist hier aufgewachsen. Er engagiert sich für das Überleben der Dunklen Europäischen Biene, auf der sich die ganz besondere Imkertradition der Region begründet. Oberhalb des Dorfes Arrigas, in 800 Meter Höhe, steht Stéphanes Sammlung alter Bienenstöcke, die er aus der ganzen Region zusammengetragen hat. Er restauriert und repariert die alten Exemplare – ganz so, wie es seine Vorfahren taten.
 

Do. 15.07.21 17:20 - 17:50 Uhr

Die Bienenflüsterer

Frankreich: Der Bienenhirte

Die Cevennen sind ein Gebirgszug im Süden Frankreichs und seit Jahrtausenden ein Zufluchtsort der Ur-Honigbiene Apis mellifera mellifera. In jedem Dorf dieser Region, an fast jedem Haus, sind Bienenstöcke aus ausgehöhlten Kastanienstämmen zu sehen, die den Völkern der Dunklen Europäischen Biene ein Zuhause bieten. Das Verbreitungsgebiet der Dunklen Biene reicht von Polen bis zu den Pyrenäen; sie hat sich diesen Klimabedingungen perfekt angepasst. Doch ihre Zahl geht kontinuierlich zurück. Deshalb hat sich der passionierte Imker Stéphane Libéri zum „Bienenhirten“ ernannt und wandert von Tal zu Tal, um dieses wertvolle Kulturgut der Cevennen zu retten. Honig ist seit jeher ein Grundnahrungsmittel der Bergbewohner. Die Bienen werden in sogenannten Klotzbeuten gehalten, die ihren natürlichen Nestern in hohlen Baumstämmen nachempfunden sind. Die Klotzbeuten werden in Kastanienholz gefertigt und mit einer Schieferplatte beschwert. Leider wird diese wenig rentable Imkereimethode heute kaum noch angewandt. Stéphane liebt die Cevennen und ist hier aufgewachsen, wie seine Eltern und Großeltern vor ihm. Er engagiert sich für das Überleben der Dunklen Europäischen Biene, auf der sich die ganz besondere Imkertradition der Region begründet. Oberhalb des Dorfes Arrigas, in 800 Meter Höhe, steht Stéphanes Sammlung alter Bienenstöcke, die er aus der ganzen Region zusammengetragen hat. Denn statt neue Klotzbeuten zu bauen, restauriert und repariert er die alten Exemplare – ganz so, wie es seine Vorfahren taten.
 

Do. 15.07.21 18:15 - 19:15 Uhr

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23:00 - 00:00 Uhr

Planet Wissen

Die heilende Kraft der Tiere

Tiere verfügen über einzigartige Eigenschaften und Fähigkeiten. Ihr Geruchssinn hilft, Vermisste zu finden, Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder sogar Corona-Viren aufzuspüren. Tiergifte, in der richtigen Dosis, können für Menschen wirkungsvolle Heilsubstanzen sein, oder auch Grundlage für die Entwicklung von Medikamenten. Schon Siegmund Freud setzte auf die emotionale Wirkung von Tieren auf Menschen in der Psychotherapie. Was können Tiere als "Therapeuten" leisten? Wo liegen die Grenzen? Und wie wichtig sind tierische Substanzen für die Medizin?

Zu Gast im Studio sind: Dr. Rainer Wohlfarth, Psychotherapeut und Spezialist für tiergestützte Therapien; Bettina Mutschler, Ani.Motion - Institut für tiergestützte Therapien, Sasbachwalden und Prof. Andreas Vilcinskas, Institut für Insektenbiotechnologie, Universität Giessen. Der Biologe erforscht die Eigenschaften, Fähigkeiten von Insekten. Unter anderem auch die Wirkung von Biomolekülen.
 

Fr. 16.07.21 17:20 - 17:50 Uhr

Die Bienenflüsterer

Deutschland: Rosenfeld, ein Paradies für Bienen

Norbert Poeplau ist nicht nur begeisterter Imker, sondern auch Apidologe – das heißt, er erforscht neue Methoden der Honiggewinnung, der Bienenhaltung und -zucht. Seine Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle liegt in Rosenfeld, einem Naturschutzgebiet am Rande des Schwarzwalds. Hier beobachtet, züchtet und erforscht er die faszinierenden Insekten. Am wichtigsten sind ihm dabei das Wohlergehen und der natürliche Lebenszyklus der Bienenvölker – wie viel Honig er selbst erntet, ist dabei zweitrangig. Norbert engagiert sich für eine wesensgerechte und ökologische Bienenhaltung. Zu diesem Zweck hat er die sogenannte Einraumbeute entwickelt. Ein revolutionärer Schritt: Sie bietet einen großen Raum, in dem sich die Bienen horizontal ausbreiten können. In herkömmlichen Magazinbeuten verläuft der Wabenbau vertikal und ein Absperrgitter trennt den unten liegenden Brutraum vom darüber liegenden Honigraum, damit der Honig leichter entnommen werden kann. Die Einraumbeute lässt den Bienen mehr Freiheit beim Wabenbau; Brut- und Honigraum gehen ineinander über. Norbert Poeplau hat noch ein anderes Forschungsfeld: Er will eine Apis-mellifera-Linie heranzüchten, die möglichst nie mit umweltschädlichen Giften in Berührung gekommen ist. Dafür hat er einen Standort mitten in einem Wald gewählt, der zudem in der Naturschutzzone liegt. Die Stöcke der Europäischen Honigbiene hat er direkt in einem ausgehöhlten Stammstück, einer sogenannten Klotzbeute, eingerichtet. Norbert Poeplau hat diese Bauweise in den Wäldern Sibiriens entdeckt. Dort hat man schon lange begriffen, dass lebendes Holz die beste Wärmeisolierung bietet. Außerdem ist der Baumsaft für Bienen ein begehrtes Nahrungsmittel. Nach dem Winter ist er begeistert: Die Bienen haben die kalte Jahreszeit schadlos überstanden. Das Projekt ist wegweisend: Die gesunden und robusten Apis-mellifera-Populationen dienen vielleicht eines Tages dazu, dem aktuellen Bienensterben entgegenzuwirken und den für die Pflanzenwelt und die gesamte Natur so wichtigen Insekten eine neue Zukunft zu schenken.
 

Sa. 17.07.21 10:50 - 11:20 Uhr

Die Bienenflüsterer

Frankreich

In den Cevennen im Süden Frankreichs sind an fast jedem Haus Bienenstöcke zu sehen, die den Völkern der Dunklen Europäischen Biene ein Zuhause bieten. Doch ihre Zahl geht kontinuierlich zurück. Bienenhirte Stéphane Libéri wandert von Tal zu Tal, um dieses wertvolle Kulturgut der Cevennen zu retten.

Honig ist seit jeher ein Grundnahrungsmittel der Bergbewohnenden. Die Bienen werden in sogenannten Klotzbeuten gehalten, die ihren natürlichen Nestern in hohlen Baumstämmen nachempfunden sind. Die Klotzbeuten werden in Kastanienholz gefertigt und mit einer Schieferplatte beschwert. Stéphane liebt die Cevennen und ist hier aufgewachsen. Er engagiert sich für das Überleben der Dunklen Europäischen Biene, auf der sich die ganz besondere Imkertradition der Region begründet. Oberhalb des Dorfes Arrigas, in 800 Meter Höhe, steht Stéphanes Sammlung alter Bienenstöcke, die er aus der ganzen Region zusammengetragen hat. Er restauriert und repariert die alten Exemplare – ganz so, wie es seine Vorfahren taten.
 

So. 18.07.21 14:00 - 15:00 Uhr

Planet Wissen

Die heilende Kraft der Tiere

Tiere verfügen über einzigartige Eigenschaften und Fähigkeiten. Ihr Geruchssinn hilft, Vermisste zu finden, Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder sogar Corona-Viren aufzuspüren. Tiergifte, in der richtigen Dosis, können für Menschen wirkungsvolle Heilsubstanzen sein, oder auch Grundlage für die Entwicklung von Medikamenten. Schon Siegmund Freud setzte auf die emotionale Wirkung von Tieren auf Menschen in der Psychotherapie. Was können Tiere als "Therapeuten" leisten? Wo liegen die Grenzen? Und wie wichtig sind tierische Substanzen für die Medizin?

Zu Gast im Studio sind: Dr. Rainer Wohlfarth, Psychotherapeut und Spezialist für tiergestützte Therapien; Bettina Mutschler, Ani.Motion - Institut für tiergestützte Therapien, Sasbachwalden und Prof. Andreas Vilcinskas, Institut für Insektenbiotechnologie, Universität Giessen. Der Biologe erforscht die Eigenschaften, Fähigkeiten von Insekten. Unter anderem auch die Wirkung von Biomolekülen.
 

So. 18.07.21

+

Mo. 19.07.21

15:25 - 15:55 Uhr

+

10:10 - 10:40 Uhr

Die Bienenflüsterer

Italien

Wildbienen sind vielen Bedrohungen ausgesetzt und zunehmend auf Schutz angewiesen. Auf den Liparischen Inseln wurde die Sizilianische Dunkle Honigbiene von anderen Bienenarten verdrängt. Bis der sizilianische Imker Carlo Amodeo eine Kolonie in einem verlassenen Bienenstock fand und rettete.

Carlo hat zwei Leidenschaften: das Meer und die Bienen. Er fährt von Insel zu Insel mit einer Mission: dem Schutz und der Vermehrung der Insekten, die er «seine Kaiserinnen» nennt. Doch nach wie vor ist diese Bienenart zahlreichen Gefahren wie etwa Pestiziden ausgesetzt. Genetisch reine Sizilianische Bienen kommen mit den extremen Klimabedingungen auf Sizilien gut zurecht. Sie sind auch bei Temperaturen über 40 Grad Celsius noch sehr produktiv und die starken Winde können ihr nichts anhaben.
 

Di. 20.07.21 02:45 - 03:15 Uhr

Die Bienenflüsterer

Türkei - Der Bär, der Honig und der Unbeugsame

Zwischen dem Schwarzen Meer und den Hochebenen Erzurums erstrecken sich die Täler der Provinz Rize – der Lebensraum der Kaukasischen Biene (Apis mellifera caucasica), die sich durch ihren besonders langen Rüssel auszeichnet. Damit erreicht sie den Nektar fast aller Blüten, auch wenn diese sehr tiefe Kelche haben. Bei der Jagd auf das flüssige Gold treffen zwei Rivalen aufeinander: der Mensch und der Europäische Braunbär. Um ihm zuvorzukommen, greifen die Einheimischen auf ungewöhnliche Imkerei-Methoden zurück. Denn um in einem Land, in dem rund 4.000 Braunbären leben, Honig zu ernten, muss man sehr erfinderisch sein. Seit sich Zwei- und Vierbeiner um diese Speise der Götter streiten, haben sich die Imker alle möglichen Tricks einfallen lassen: vom Bärenschreck über Überwachungskameras bis hin zu Bienenstöcken in schwindelerregender Höhe. Der Honig der Bienen ist für seine einzigartige Aromatik bekannt, deshalb schwören viele Imker in der Region noch heute auf die traditionellen Bienenstöcke, sogenannte Karakovans. Die Fünf-Sterne-Hotels für die fleißigen Arbeiterinnen bestehen aus Lindenholz, da der blumige Geruch den Bienen besonders zusagt. Unter den Imkern befindet sich der 68-jährige Mustafa: In 20 Meter Höhe bringt er seinen neuen Bienenstock an, der die Bienen verwöhnen und die Bären verzweifeln lassen soll. Angesichts des Aufwands ist der Honigertrag relativ gering, deswegen hat der Karakovan-Honig auch seinen Preis: 120 Euro das Kilogramm. Diesen Luxus lassen sich aber auch die Tiere nicht einfach so entgehen – und so wird auch in Zukunft der Wettkampf um den Honig Mensch und Bär auf Trab halten.
 

Di. 20.07.21 06:30 - 07:00 Uhr

Die Bienenflüsterer

Russland - Die Waldimker des Urals

Im Naturschutzgebiet Schulgan-Tasch im baschkirischen Ural liegt das Dorf Gadel-Garejero inmitten waldiger Hügel, die mit jahrhundertealten Eichen, Birken, Espen, Linden und Ahornbäumen bewachsen sind. Hier lebt eine spezielle Wildbienenart: die seltene Bursjan-Honigbiene. Sie ist winterfest – ein großer Vorteil angesichts der klimatischen Bedingungen hier. Bis zu minus 40 Grad Celsius müssen die Bienen im Winter überstehen. Außerdem besitzt diese Bienenart eine zweite besondere Fähigkeit: Sie hat sich an die kurze Blühperiode der Linden angepasst, die nur acht bis zehn Tage dauert. In dieser Zeit steigt der Arbeitseinsatz der Bienen auf 150 Prozent. Sabit Gallin arbeitet als Ranger im Reservat und gehört zu den wenigen Honigjägern des Dorfes, den sogenannten Bortewiks. Sie fertigen Borten, die Behausungen für die Wildbienen, an und halten diese instand. Es sind rechteckige Nischen, die direkt in den Baumstamm hoher Kiefern gehauen werden. Manche dieser künstlichen Höhlen werden bereits seit Jahrhunderten von Bienen bewohnt. Um an den Honig zu gelangen, erklimmt Sabit die Kiefer mit Hilfe eines Steiggurts. Ganz ruhig und langsam arbeitet er, damit die Bienen ihn nicht stechen. Zu gierig darf der Honigjäger nicht sein, denn ohne genügend Vorrat kommen die Bienen nicht über den Winter. Nach der Ernte geht es ans Verarbeiten: Sabit zerstampft die Waben, in denen sich Honig, Pollen und Wachs befinden, und verarbeitet sie zu einem Brei, der am Ende den Waldhonig mit besonderem Geschmack ergibt – reine Natur, ohne künstliche Aromen oder Zusätze.
 

Mi. 21.07.21 06:30 - 07:00 Uhr

Die Bienenflüsterer

Äthiopien - Summende Schutzengel

Grüne Hochebenen, durchzogen von Flusstälern – dies ist das Dach Afrikas, das Hochland von Abessinien im Norden Äthiopiens. Während die Nachbarländer von sengender Hitze geplagt werden, herrscht hier, auf über 2.000 Meter Höhe, ein mildes Klima und Afrika erscheint wie das gelobte Land. Nicht von ungefähr beschreiben Reisende und Pilger Äthiopien seit jeher als das biblische Land, in dem Milch und Honig fließen. Der Honig stammt von der Ostafrikanischen Bergbiene Apis mellifera monticola. Das Christentum hat in Äthiopien eine lange Geschichte, zu der auch die Bienen gehören, die sich in den vor langer Zeit errichteten Kirchen eingenistet haben. Für die Gläubigen sind sie Boten des Herrn. So auch für Aby Tadesse, dessen Leben von den Bienen geprägt wird. Aby besitzt rund 30 Bienenstöcke – einfache Konstrukte aus Stroh, Lehm und Rinderdung, um die er sich hingebungsvoll kümmert. Die Bienen schenken den Menschen Honig und Wachs. Aber hier, im Hochland von Abessinien, erfüllen sie noch eine weit wichtigere Aufgabe: Die Menschen glauben, sie seien eine Art Schutzengel, die den Teufel vertreiben, und auch, dass ihr Honig heilende Wirkung bei bestimmten Krankheiten habe. Die Honigernte gleicht damit einer religiösen Zeremonie.
 

Mi. 21.07.21 12:20 - 12:50 Uhr

Die Bienenflüsterer

Mexiko - Die Biene der Maya

Der mexikanische Bundesstaat Campeche liegt auf der Halbinsel Yucatán, im Zentrum eines Gebiets, das drei Jahrtausende lang die Heimat einer der ältesten Kulturen der amerikanischen Kontinente war: der Maya. Ihren Lebensraum teilten sie mit einer Bienenart, die sie als Gottheit verehrten: der Melipona beecheii. Mit Ankunft der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert kam auch die produktivere europäische Honigbiene ins heutige Mexiko und hat die heimische Melipona nach und nach verdrängt. Vor 20 Jahren beschloss im Dorf Tankuche die Familie Pat, die jahrhundertelang in Vergessenheit geratenen Imkermethoden ihrer Vorfahren wiederzuerlangen und die stachellose Biene auf diese Weise vom Aussterben zu retten. Im Schutz seines Hauses hat Vidal Pat ihren natürlichen Lebensraum aus ausgehöhlten Baumstämmen nachgebaut. Die „königliche Dame“, wie die Maya sie nannten, unterscheidet sich in einigen Punkten von ihren europäischen Verwandten: Sie ist kleiner und zierlicher, aber vor allem ist sie wählerischer, was den Pollen betrifft. Die Melipona-Bienen fliegen weitere Wege und besuchen mehr Pflanzenarten. Dadurch ist ihr Honig aromatischer, allerdings produzieren sie deswegen auch weniger Honig. Der Tag der Toten wird hier auch der Melipona-Biene gewidmet, denn ihre Gaben benötigen die Menschen für das Fest: Honig für die Opfergaben und Bienenwachs für die Kerzen. Nach dem Gottesdienst widmet sich Vidal mit seinem Sohn wieder der Honigernte und entdeckt eine seltene Besonderheit: Die Brutzellen der Bienen bilden eine Pyramide, die der Tempelpyramiden der Maya ganz ähnlich sieht. Noch etwas, was die Insekten mit dieser alten Kultur verbindet …
 

Do. 22.07.21 03:45 - 04:15 Uhr

plan b: Zum Schutz der Tiere

Im Einsatz für bedrohte Arten

Die biologische Vielfalt auf der Erde ist in Gefahr: Rund eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Immer mehr Wildtiere und Insekten werden in den nächsten Jahren für immer verschwinden.

Weltweit kämpfen Menschen für einen lebendigen Planeten. Mit neuen Ansätzen und persönlichem Engagement wollen sie die Biodiversität stärken, denn davon hängt auch die Existenz von uns Menschen ab.

Wenn Christina Grätz ein ganzes Ameisenvolk umsiedelt, macht sie das mit den bloßen Händen. Die Diplom-Biologin wird dann gerufen, wenn die Nester der geschützten Insekten den Menschen im Weg sind. Grätz kennt die Relevanz der Ameisen für die Ökosysteme und will so viele Individuen wie möglich retten. Deshalb evakuiert sie Lkw-Ladungen von Ameisen und sucht für sie mühsam einen neuen, sicheren Wohnort.

Thomas Hennig leitet das älteste Wisent-Gehege Deutschlands. Der Forstbeamte ist davon überzeugt, dass der Wisent, Europas größter Pflanzenfresser, ein essenzieller Bestandteil der europäischen Natur ist. Trotzdem glaubt Henning nicht, dass man Wisente in Deutschland wieder ansiedeln kann. Die Bedürfnisse der Land- und Forstwirtschaft sind zu dominant. Heute leben wieder über 3100 Europäische Bisons in Freiheit, 60 davon in den Rumänischen Karpaten. Nun erfüllt sich Hennig einen lang gehegten Wunsch: Eine Herde Wisente aus seinem Gehege soll in Rumänien ausgewildert werden.

Dr. Marlene Zähner ist eigentlich Tierärztin für Nutztiere – aber eine Anfrage aus der Demokratischen Republik Kongo machte die Schweizerin nebenbei zur Leiterin einer Hundestaffel des Virunga-Nationalparks. Dort werden beim sogenannten Mantrailing Wildernde mit Bluthunden aufgespürt. Marlene Zähner wäre jetzt mit vier Junghunden zur Ausbildung im Kongo – doch die Corona-Pandemie verhindert das. Während sie in der Schweiz festsitzt, trainiert sie die Bluthunde und versucht via Social Media, ihre kongolesischen Kolleg*innen vor Ort zu unterstützen.

Mit COVID-19 ist der Druck stark angestiegen, insbesondere wegen der berühmten Gorillas im Süden Virungas. Einige der ansässigen Menschen können sich kaum ernähren und jagen im Park. Gorillas sind nicht mal das Ziel, geraten aber immer wieder in die Tierfallen.

Die Ranger*innen spüren, unter Einsatz ihres Lebens, mit ihren Hunden die Wildernden auf. Gleichzeitig beteiligen sie die Zivilbevölkerung an ihrer Arbeit, verhindern so den Tod zahlloser Wildtiere und helfen der Artenvielfalt im Kongo.
 

Do. 22.07.21 04:15 - 05:00 Uhr

Wilde Überlebenskünstler

Wie Tiere bauen

Viele Tiere sind als Baumeister nicht weniger geschickt als der Mensch. Dass sie imstande sind, Erstaunliches zu leisten, zeigen die Turmbauten der Termiten ebenso wie die Waben von Wespen.

Tierbauten sind meistens einfach, aber immer genial durchdacht. Sie geben interessante Einblicke in die Lebensweise und das Verhalten der Baumeister. So spinnen Fallensteller Netze oder bauen Gruben und fangen auf diese Weise ihre Beute. Nicht nur Vogelnester sind Kinderstuben, in denen die Jungen aufgezogen werden, auch Insekten, Frösche und Fische bauen für ihre Brut.

Das Faszinierende bei allen Tierbauten ist, dass sie grundsätzlich aus Naturmaterialen gebaut werden. Und während wir Menschen gern unser Revier für uns allein haben, ist es im Tierreich völlig normal, dass oftmals viele verschiedene andere Tiere einen Bau nutzen oder als Nachnutzer einziehen.
 

Do. 22.07.21 06:00 - 06:30 Uhr

Die Bienenflüsterer

Neuseeland - Der Schatz der Maori

Neuseeland liegt abgeschieden im Südpazifik, 2.000 Kilometer von seinen nächsten Nachbarn entfernt. Vor rund tausend Jahren wurde das Land von Polynesiern entdeckt, die sich auf der Nordinsel niederließen und die Maori-Kultur begründeten. Erst im 18. Jahrhundert kamen mit den Engländern auch die ersten Bienen nach Neuseeland. Die Europäische Honigbiene Apis mellifera wurde auf den von üppiger Vegetation bedeckten Inseln schnell heimisch. Und schon bald entdeckten die Tiere eine besondere Delikatesse: die Blüten eines Baumes, den die Maori als Heilpflanze schätzen und Manuka nennen. Der Honig aus Manuka-Blüten ist einzigartig auf der Welt – und für die Maori ein wahrer Segen, denn er wird von vielen Menschen als Naturheilmittel geschätzt. Das Honiggeschäft hat sehr vielen Familien sichere Arbeitsplätze beschert. Nicht nur den Imkern und Honigverkäufern. Die Landwirte zum Beispiel profitieren von der Bestäubungsarbeit der Bienen auf ihren Anbauflächen. Seit mehreren Generationen sind Blanche Murray und ihre Familie vom Maori-Stamm Ngati Kuri die Hüter dieses kostbaren Honigs. In der Bucht von Te ‘Hahpua an der Nordspitze der Insel begann die Erfolgsgeschichte der Murrays. Großmutter Hana wohnte in diesem Haus im Grünen. Sie wusste alles über die heimische Fauna und Flora. Ihre Leidenschaft für die Bienen hat sie an Blanche und deren Bruder Tae weitergegeben. In der Familie Murray haben die alten Traditionen überlebt. Blanche, ihre Mutter und ihre Geschwister nehmen den Auftrag ihrer Ahnen ernst: Sie kümmern sich um das Land, das ihnen anvertraut wurde, und tragen dazu bei, die Maori-Kultur zu erhalten.
 

Do. 22.07.21 14:20 - 14:45 Uhr

SRF DOK

Die Bienenflüsterer - Italien

Wildbienen sind vielen Bedrohungen ausgesetzt und zunehmend auf Schutz angewiesen. Auf den Liparischen Inseln wurde die Sizilianische Dunkle Honigbiene von anderen Bienenarten verdrängt. Bis der sizilianische Imker Carlo Amodeo eine Kolonie in einem verlassenen Bienenstock fand und rettete.

Carlo hat zwei Leidenschaften: das Meer und die Bienen. Er fährt von Insel zu Insel mit einer Mission: dem Schutz und der Vermehrung der Insekten, die er «seine Kaiserinnen» nennt. Doch nach wie vor ist diese Bienenart zahlreichen Gefahren wie etwa Pestiziden ausgesetzt. Genetisch reine Sizilianische Bienen kommen mit den extremen Klimabedingungen auf Sizilien gut zurecht. Sie sind auch bei Temperaturen über 40 Grad Celsius noch sehr produktiv und die starken Winde können ihr nichts anhaben.
 

Fr. 23.07.21 17:20 - 17:50 Uhr

Die Bienenflüsterer

Kamerun - Der süße Schatz der Baka

Seit ewigen Zeiten bildet der Wald die Lebensgrundlage des Pygmäenstamms der Baka, die halbnomadisch als Jäger und Sammler leben. Bis heute sehen sie sich als Teil eines Ökosystems, das sie mit allem Notwendigen versorgt. Zu den wichtigsten Nahrungsmitteln in den im Zentrum Kameruns gelegenen tropischen Regenwäldern zählt der Honig, mit dem die Baka ihren Zuckerbedarf decken. Für die Baka ist Honig essenziell, nicht nur als Nahrungsmittel, sondern schon immer auch als Medizin. Die Pygmäenvölker verlassen sich bis heute hauptsächlich auf Naturheilmittel. Guy gehört zu den Wenigen, die eine der ältesten Praktiken der Baka beherrschen: Er ist Honigjäger. Guy ist bei seinem Vater in die Lehre gegangen und hat dessen Wissen so verinnerlicht, dass er es meisterhaft versteht, den wilden Bienenvölkern, die getarnt in Erdkuhlen und Baumwipfeln nisten, ihren süßen Vorrat abzujagen. Guy riskiert Kopf und Kragen, um an den Honig zu gelangen. Lange lebten die Baka im Schutz der Wälder, völlig isoliert von der Außenwelt. In der Natur fanden sie nicht nur, was sie zum täglichen Leben brauchten, sondern auch ihre spirituelle Heimat. Durch Abholzung und Brandrodung im großen Stil werden die Pygmäen jedoch zunehmend aus ihrem angestammten Territorium verdrängt. Diese Veränderungen zwingen die Baka dazu, sesshaft zu werden. Heute leben sie entlang der neu angelegten Pisten, verzweifelt darum bemüht, ihre Lebensweise und ihre Kultur zu bewahren. Guy liebt den Wald, und Bienen zu züchten empfindet er als wider die Natur. Schon seine Vorfahren waren angesehene Honigjäger, und er setzt diese Tradition fort in der Hoffnung, dass die Wälder eines Tages wieder den Baka gehören werden.
 

Sa. 24.07.21 10:50 - 11:15 Uhr

SRF DOK

Die Bienenflüsterer - Italien

Wildbienen sind vielen Bedrohungen ausgesetzt und zunehmend auf Schutz angewiesen. Auf den Liparischen Inseln wurde die Sizilianische Dunkle Honigbiene von anderen Bienenarten verdrängt. Bis der sizilianische Imker Carlo Amodeo eine Kolonie in einem verlassenen Bienenstock fand und rettete.

Carlo hat zwei Leidenschaften: das Meer und die Bienen. Er fährt von Insel zu Insel mit einer Mission: dem Schutz und der Vermehrung der Insekten, die er «seine Kaiserinnen» nennt. Doch nach wie vor ist diese Bienenart zahlreichen Gefahren wie etwa Pestiziden ausgesetzt. Genetisch reine Sizilianische Bienen kommen mit den extremen Klimabedingungen auf Sizilien gut zurecht. Sie sind auch bei Temperaturen über 40 Grad Celsius noch sehr produktiv und die starken Winde können ihr nichts anhaben.
 

Sa. 24.07.21 12:15 - 13:00 Uhr

Mitbestimmung im Tierreich (1/2)

Die Macht geht vom Volk aus

Zahlreiche Tierarten leben in Rudeln, Herden, Schwärmen. Doch wer gibt die Richtung an, wenn es darauf ankommt? Wer entscheidet, wo das Nest gebaut wird? Wer sagt, ob die Jagd weitergeht oder nicht?...
Eine demokratische Mehrheit ist eine weitaus bessere Überlebensgarantie als jede Tyrannei. Viele Tierarten, die dutzende, ja sogar tausende Individuen umfassen, treffen ihre Entscheidungen auf gleichberechtigte Weise und folgen keinem Anführer. Eine Reise in die europäische Fauna, wo „abgestimmt“ und dann erst gehandelt wird.Vielleicht haben die Griechen die Demokratie ja gar nicht erfunden …
 

Sa. 24.07.21 19:05 - 20:00 Uhr

Freaks auf sechs Beinen - Unglaubliche Insekten

Dokumentation

Auf dem Boden unserer Erde, versteckt unter Pflanzen und Geäst, wimmelt es vor Leben. Insekten bilden die größte Klasse der auf unserem Planeten beheimateten Fauna. Um sich trotz ihrer geringen Größe gegenüber Rivalen zu behaupten, haben sie effiziente und mitunter irrwitzige Überlebensstrategien entwickelt. Von sagenhafter Schönheit bis hin zu eiskaltem Killerinstinkt: Die Doku durchforscht den Mikrokosmos der Krabbeltiere und zeigt ihre nahezu grenzenlose Artenvielfalt.
 

20:15 - 21:10 Uhr
So. 25.07.21 15:20 - 15:50 Uhr

SRF DOK

Die Bienenflüsterer - Kamerun

Der Wald bietet die Lebensgrundlage des Pygmäenstamms der Baka. Zu den wichtigsten Nahrungsmitteln zählt der Honig. Für die Baka ist Honig jedoch nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Medizin. Guy ist Honigjäger und versteht es meisterhaft, den wilden Bienenvölkern ihren süssen Vorrat abzujagen.

Guy gehört zu den Wenigen, die eine der ältesten Praktiken der Baka beherrschen: Er ist Honigjäger. Er ist bei seinem Vater in die Lehre gegangen und hat dessen Wissen so verinnerlicht, dass er es meisterhaft versteht, den wilden Bienenvölkern, die getarnt in Erdkuhlen und Baumwipfeln nisten, ihren süssen Vorrat abzujagen. Guy riskiert Kopf und Kragen, um an den Honig zu gelangen.

Lange lebten die Baka im Schutz der Wälder, völlig isoliert von der Aussenwelt. In der Natur fanden sie nicht nur, was sie zum täglichen Leben brauchten, sondern auch ihre spirituelle Heimat. Durch Abholzung und Brandrodung im grossen Stil werden die Pygmäen jedoch zunehmend aus ihrem angestammten Territorium verdrängt. Diese Veränderungen zwingen die Baka dazu, sesshaft zu werden. Heute leben sie entlang der neu angelegten Pisten, verzweifelt darum bemüht, ihre Lebensweise und ihre Kultur zu bewahren.
 

Mo. 26.07.21 04:35 - 05:15 Uhr

Freaks auf sechs Beinen - Unglaubliche Insekten

Dokumentation

Auf dem Boden unserer Erde, versteckt unter Pflanzen und Geäst, wimmelt es vor Leben. Insekten bilden die größte Klasse der auf unserem Planeten beheimateten Fauna. Um sich trotz ihrer geringen Größe gegenüber Rivalen zu behaupten, haben sie effiziente und mitunter irrwitzige Überlebensstrategien entwickelt. Von sagenhafter Schönheit bis hin zu eiskaltem Killerinstinkt: Die Doku durchforscht den Mikrokosmos der Krabbeltiere und zeigt ihre nahezu grenzenlose Artenvielfalt.
 

05:25 - 06:10 Uhr
Di. 27.07.21 20:15 - 21:07 Uhr

Insekten - Superhelden auf sechs Beinen

Dokumentation

Viele Menschen sehen Insekten nur als lästige Krabbeltiere. Doch Ameisen landen nie im Stau. Der Asiatische Marienkäfer hat das leistungsfähigste Immunsystem der Welt. Die Leichtbaustruktur eines Käferflügels inspiriert Architekten zu neuen Bauwerken, und flüssige Seide könnte schon bald die Medizintechnik revolutionieren. Die spannende Dokumentation zeigt, wie diese kleinen Genies helfen können, einige der größten Probleme der Menschheit zu lösen - von der Entwicklung neuer Biomaterialien bis zum Kampf gegen Verkehrsprobleme und der Erforschung besserer Antibiotika.

Die kleinen "Kerbtiere", so die lateinische Übersetzung des Wortes Insecta, sind die erfolgreichsten Lebewesen dieses Planeten. Sie haben im Laufe der Evolution Fähigkeiten entwickelt, die den Menschen staunen lassen. Mit rund einer Million bekannter Arten gibt es mehr Insektenarten als Säugetier-, Pflanzen-, Bakterien- und Virenarten zusammen.

Die Insektenforscherin Audrey Dussutour untersucht in Toulouse das Verhalten Argentinischer Ameisen und die überlegene Logistik dieser Tiere. Denn Ameisen kennen keinen Stau. Mit ihren Erkenntnissen will Dussutour helfen, die menschlichen Verkehrsprobleme zu lösen. Außerdem wird das ausgeklügelte Logistiksystem der Ameisen seit neuestem zur Steuerung von Robotern benutzt.

Der Zoologe Andreas Vilcinskas dagegen möchte die Fähigkeiten der Asiatischen Marienkäfer nutzen. Er hat entdeckt, dass der Asiatische Marienkäfer sich deshalb hierzulande so schnell ausbreitet, weil er ein besonders leistungsfähiges Immunsystem besitzt. Nun möchte Vilcinskas herausfinden, wie dieses Immunsystem entschlüsselt und für die Medikamentenentwicklung nutzbar gemacht werden kann. Er hofft, dass mit Hilfe der Asiatischen Marienkäfer der Kampf gegen multiresistente Keime gelingen kann.

Die Dokumentation zeigt, wie Insekten dabei helfen können, einige der größten Probleme der Gegenwart zu lösen. Insekten sind bei weitem mehr als kleine lästige Krabbeltiere, sie sind die Superhelden der Natur.
 

Sa. 31.07.21 06:15 - 06:30 Uhr

Tiere und Pflanzen

Leben in der Wiese

Die Wiese - eine artenreiche Lebensgemeinschaft aus Gräsern und Blumen, in der sich viele Insekten und andere Tiere tummeln. Störche gehen auf die Pirsch nach Mäusen, Feldgrillen streiten um ihr Revier, eine Schmetterlingsraupe macht Ameisen zu ihren Leibwächtern. Wiesen sind im Südwesten ein Lebensraum auf Zeit. Würden sie nicht regelmäßig gemäht, wären sie bald von Bäumen überwachsen. Mahd oder Beweidung halten den Wald in Ordnung. Dort, wo Wiesen besonders stark gedüngt werden, droht ihnen ein anderes Schicksal: Aus der bunten Blumenpracht wird eine eintönige Fettwiese, die zwar viel Viehfutter liefert, ökologisch gesehen aber nahezu wertlos ist.
 

Sa. 31.07.21 06:30 - 07:00 Uhr

Planet Schule

Insekten in Gefahr

In manchen Gebieten ist die Zahl der Insekten in den vergangenen Jahrzehnten um 75 Prozent gesunken. Vom Insektensterben ist die Rede. Es scheint, als ob keine Insektengruppe verschont bliebe: Libellen, Bienen, Käfer, Schmetterlinge - überall gibt es Verlierer. Andererseits tauchen in jüngster Zeit gerade in Südwestdeutschland immer mehr neue Arten auf. Wie kommt das? Soll man sich darüber freuen, dass es weniger Mücken, Fliegen und Wespen gibt? Ist man verpflichtet, auch ihr Überleben zu sichern? Was muss getan werden, um die Insekten zu retten? Die SWR Doku macht sich auf die Suche nach den Hauptverantwortlichen für das Insektensterben. Ist es die Landwirtschaft? Der Klimawandel? Oder der Flächenfraß? Das neueste Werk des preisgekrönten Tierfilmers Jan Haft zeigt in eindrucksvollen Bildern, wie faszinierend Insekten sind und wie groß ihre Bedeutung für die Umwelt ist. Fachleute, die das Leben und den Rückgang dieser Tiergruppe erforschen, kommen zu Wort. Außerdem werden Initiativen gezeigt, die sich aktiv für den Insektenschutz einsetzen. Eine Aufgabe von immenser Tragweite, denn der Untergang der Insekten würde eine ungeahnte Kettenreaktion nach sich ziehen.
 

Sa. 31.07.21 21:00 - 21:45 Uhr

Erlebnis Erde - Hummeln

Bienen im Pelz   - Filmtipp -

Hummeln sind dicker, haariger und ruhiger als die zur gleichen Familie gehörenden Honigbienen, aber weit weniger aggressiv und bedrohlich als Wespen. Der Film folgt in den Alpen einer Jungkönigin durchs Jahr und gewährt einmalige Einblicke in Struktur und Verhalten der Hummelvölker. Dabei konzentriert sich die Dokumentation mit ihrer beeindruckenden Bildsprache auf die Besonderheiten in der Morphologie und Biologie der Tiere.

Hummeln gehören neben Honigbienen und Fliegen zu den wichtigsten Bestäuber-Insekten. Ihre Temperatur-Unempfindlichkeit ermöglicht es ihnen, länger als Bienen auf Nahrungssuche zu sein. Eine Hummel fliegt täglich in bis zu 18 Stunden nahezu 1000 Blüten an - selten mehr als zwei verschiedene Blüten-Arten pro Flug. Einige Pflanzen-Arten, zum Beispiel Taubnesseln, werden ausschließlich von langrüsseligen Hummeln während der Nektar-Entnahme bestäubt.

Außerdem bestäuben Hummeln auch viele Obstsorten. Weltweit gibt es etwa 250 Hummel-Arten, die vor allem in den gemäßigteren und kühleren Regionen der Nordhalbkugel vorkommen. Besonders artenreich sind die Hummeln in Europa und Asien vertreten, sie besiedeln praktisch die gesamte eurasische Landfläche nördlich des Himalajas.
 

 

 

 

August 2021

 

So. 01.08.21 13:15 - 14:00 Uhr

Erlebnis Erde - Wildes Berlin

Dokumentation

Berlin ist eine pulsierende Metropole und zugleich Lebensraum von unzähligen Waschbären, Füchsen, Fledermäusen, Eichhörnchen, Igeln und Bibern. Auf jeden Menschen kommt mindestens ein Vogelpaar, nirgendwo sonst gibt es so viele Spatzen und Nachtigallen. Die Wildnis ist ein fester Bestandteil der Stadt, eine faszinierende Parallelwelt voller kleiner und großer Naturwunder. Für den Film "Wildes Berlin" haben Rosie Koch und Roland Gockel die Tierwelt der Hauptstadt durch alle vier Jahreszeiten begleitet.

Berlin ist eine pulsierende Metropole und zugleich Lebensraum von unzähligen Waschbären, Füchsen, Fledermäusen, Eichhörnchen, Igeln und Bibern. Auf jeden Menschen kommt mindestens ein Vogelpaar, nirgendwo sonst gibt es so viele Spatzen und Nachtigallen. Die Wildnis ist ein fester Bestandteil der Stadt, eine faszinierende Parallelwelt voller kleiner und großer Naturwunder.

Nach dem Silvesterfeuerwerk, wenn die Berliner Seen von Eis bedeckt sind, teilen sich ganz unterschiedliche Wasservögel die wenigen eisfreien Stellen in der Spree oder im Landwehrkanal. Mit dem Tauwetter beginnt eine geschäftige Zeit. Biber reparieren ihre Burgen und müssen sich mit dem Berliner Fährbetrieb über die Vorfahrt einigen. Der Wanderfalke vom Roten Rathaus bezieht wieder sein Revier hoch über dem Alexanderplatz, und eine Eichhörnchenmutter versorgt emsig ihren Nachwuchs im vierten Stock eines Mietshauses.

Wenn die über 400.000 Bäume Berlins endlich wieder Laub tragen, wird die Stadt zum Großstadtdschungel. Überall finden Brutpaare zusammen. In Kanonenrohren, auf Fenstersimsen oder in Fahrradkörben werden hungrige Küken versorgt. 300 Stockenten legen ihre Eier; einige brüten auf Balkonen, andere in Blumenkästen. Die scheueren Berliner warten, bis es Nacht wird. Waschbären machen sich im Tiergarten auf die Suche nach Nahrung und finden sie manchmal an nicht ungefährlichen Orten. In einem Berliner Hinterhof macht ein Dachs die Treppenhäuser unsicher. Auch Kaninchen, Nashornkäfer und Füchse finden ihre Nische in der Millionenstadt.

Der Sommer ist die schönste Zeit in Berlin. Spatzen und Menschen bevölkern die Biergärten. Die schrillen Rufe der Mauersegler erfüllen die Luft, und Bienenvölker schwärmen aus. Solange sie sich von den Fangarmen der Gottesanbeterinnen fernhalten, ist die extrem hohe Pflanzenvielfalt der Stadt das Paradies für die fleißigen Insekten.

Mit kürzeren Tagen und kühleren Nächten kündigt sich der Herbst an. Jungfüchse müssen nun bald ihrer eigenen Wege gehen, Igel suchen Winterquartiere, und auch Mäuse und Eichhörnchen bereiten sich auf den Winter vor. Die Stare verlassen Berlin vor Einbruch der kalten Jahreszeit: In immer größeren Schwärmen finden sie sich am Berliner Abendhimmel zu einem spektakulären Schauspiel zusammen.

Der Jahreskreis schließt sich im Oktober mit dem Festival of Lights. Noch einmal leuchtet die Stadt in bunten Farben. Das Licht dringt bis in die dunkelsten Winkel. Die wilden Berliner lassen sich davon nicht stören. Der Trubel gehört zu ihrer Heimatstadt genauso wie sie selbst: frech und ungezähmt.
 

Mi. 04.08.21 16:55 - 17:20 Uhr

Die Bienenflüsterer

Italien - Siziliens Dunkle Biene

Im Tyrrhenischen Meer, nördlich von Sizilien, liegt ein Vulkan-Archipel mit dem Namen Liparische Inseln. Vor rund 30 Jahren wurde die Sizilianische Dunkle Honigbiene oder Apis mellifera sicula von anderen Bienenarten verdrängt, die aus Norditalien Einzug gehalten hatten. Bis der sizilianische Imker Carlo Amodeo eine Kolonie in einem verlassenen Bienenstock fand und rettete.

Carlo hat zwei Leidenschaften: das Meer – und die Bienen. Er fährt von Insel zu Insel mit einer Mission: dem Schutz und der Vermehrung der Insekten, die er „seine Kaiserinnen“ nennt. Doch nach wie vor ist diese Bienenart zahlreichen Gefahren wie etwa Pestiziden ausgesetzt. Genetisch reine Sizilianische Bienen kommen mit den extremen Klimabedingungen auf Sizilien gut zurecht. Sie sind auch bei Temperaturen über 40 Grad Celsius noch sehr produktiv und die starken Winde können ihr nichts anhaben.

Die vor einer Million Jahren aus einem submarinen Vulkan entstandene Insel Filicudi ist der wildeste und entlegenste Teil des Archipels. Die Landschaft ist rau, karg und schroff. Imker Carlo besitzt hier ein kleines Haus. Wie auf allen anderen Inseln hat er auch auf Filicudi rund hundert Bienenstöcke aufgestellt. Mehrmals pro Woche schaut er nach, ob es den Königinnen gut geht. Im Sommer besuchen zahlreiche Touristen die Liparischen Inseln, kleine Paradiese zwischen Himmel und Meer. Dank der unermüdlichen Arbeit, Pflege und Obhut von Imker und „Bienenflüsterer“ Carlo sind die einheimischen Sizilianischen Bienen hier nun wieder zu Hause.
 

Sa. 07.08.21

+

Mo. 09.08.21

21:00 - 21:45 Uhr

+

07:15 - 08:00 Uhr

Berlin ganz wild

Unter Hornisse, Sumpfkrebs und Wildkaninchen

Berlin ist voller Naturspektakel und wilder Nachbarn. Über 200 Wildtierarten gibt es in der Stadt. Tendenz steigend. Ob Hornisse, Amerikanischer Sumpfkrebs oder Wildkaninchen: Die wilden Berliner haben sich längst in den vielfältigen ökologischen Nischen der Stadt eingerichtet. Und wie beim Menschen ist es mit tierischen Nachbarn so eine Sache: Die einen werden Freunde fürs Leben. Die anderen sieht man so gut wie nie. Einige können ziemlich lästig werden. Melanie von Orlow hat eine Leidenschaft für Hornissen. Damit stößt sie selten auf Gegenliebe. Die Berliner Insektenexpertin ist im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, wenn es Ärger gibt im Zusammenleben von Hornisse und Mensch. Oft hilft Melanie von Orlows Vermittlungsgeschick. Manchmal muss die Biologin aber auch den Umzug ganzer Hornissenstaaten organisieren. Dann wird es kompliziert. Wie diesmal in einer Grundschule in Reinickendorf. Im Schatten von Reichstag und Regierungsviertel sind seit mehreren Generationen die Berliner Wildkaninchen zuhause. Sie ziehen ihre Jungen in unterirdischen Höhlensystemen auf. Manchmal auch unter Bürocontainern zwischen Blech und Elektrokabeln. Mit den menschlichen Hauptstädtern gibt es selten Probleme. Dafür mit dem Fuchs. Kaum ein Wildtier hat sich dem Großstadtleben so gut arrangiert wie der Rotfuchs in Berlin. Der Große Tiergarten hat eine artenreiche Wasserwelt zu bieten. Seit einigen Jahren ist auch der Amerikanische Sumpfkrebs dabei. Das exotische Scherentier jagt auf dem Grund des Sees und ist ein perfekt ausgestatteter Allesfresser. Damit bringt er das Ökosystem der Stadtgewässer so bedrohlich durcheinander, dass der Berliner Senat einen Riegel vor die Beutezüge schieben will. Klaus Hidde hat seit 2018 als einziger Fischer die Lizenz zum Fangen der Schalentiere. An Abnehmern mangelt es nicht. Der Amerikanische Sumpfkrebs aus dem Berliner Gewässer ist als regionale Bioware inzwischen heißt begehrt in der Spitzengastronomie und Foodszene der Hauptstadt.
 

So. 08.08.21 15:00 - 15:50 Uhr

SRF DOK

Die Bienenflüsterer - Neuseeland

Die ersten Bienen kamen mit den Engländern nach Neuseeland. Sie wurden auf den von üppiger Vegetation bedeckten Inseln schnell heimisch. Und schon bald entdeckten die Tiere eine besondere Delikatesse: die Blüten eines Baumes, den die Maori als Heilpflanze schätzen und Manuka nennen.

Der Honig aus Manuka-Blüten ist einzigartig auf der Welt – und für die Maori ein wahrer Segen, denn er wird von vielen Menschen als Naturheilmittel geschätzt. Das Honiggeschäft hat sehr vielen Familien sichere Arbeitsplätze beschert. Seit mehreren Generationen sind Blanche Murray und ihre Familie des Maori-Stammes Ngati Kuri die Hüterinnen und Hüter dieses kostbaren Honigs. In der Familie Murray haben die alten Traditionen überlebt. Blanche, ihre Mutter und ihre Geschwister nehmen den Auftrag ihrer Ahnen ernst: Sie kümmern sich um das Land, das ihnen anvertraut wurde. Damit tragen sie dazu bei, die Maori-Kultur zu erhalten.
 

So. 08.08.21 16:35 - 17:00 Uhr

Anna und die wilden Tiere

Wer lebt im Garten?

Anna ist auf Schatzsuche. In drei verschiedenen Gärten muss sie eine Schatztruhe finden, in der jeweils eine Aufgabe auf sie wartet. Ob Anna die lösen kann? Es gilt, ein Insektenhotel zu bauen, Futter mit einer Bodenfalle zu fangen und ein Wespennest zu fotografieren. Hilfe bekommt Anna auch: Martin zeigt ihr in einem naturnahen Garten, wie ein erstklassiges Wildbienenhotel gebaut wird. Und dabei erfährt Anna auch, welche Pflanzen Bienen mögen – und welche zwar schön aussehen, für Bienen aber nichts sind. Weil deren Blüten weder Pollen noch Nektar haben. Bei Antje, die kranke Igel aufnimmt und gesund pflegt, findet Anna heraus, was es mit der Bodenfalle auf sich hat. Und erfährt, was der Mensch in seinem Garten tun kann, damit viele Tiere dort leben können. Die letzte Aufgabe ist Anna nicht so ganz geheuer: ein Wespennest fotografieren. Sie wurde schon ein paar Mal gestochen und das tat richtig weh. Aber dieses Mal hat sie den Wespenberater Erik an ihrer Seite. Mit ihm siedelt sie sogar ein Wespennest um. Ausgestattet mit vielen nützlichen Tipps rund um die Wespen macht Anna ein super Foto. Und weiß jetzt, dass Wespen im Garten sehr nützlich sind. Und dass man sie mit einem raffinierten Trick ganz leicht auf Abstand halten kann. Kuchen und Brotzeit auf der Terrasse ohne Wespen? Na klar.
 

Di. 10.08.21 11:45 - 12:15 Uhr

Die Bienenflüsterer

Neuseeland - Der Schatz der Maori

Neuseeland liegt abgeschieden im Südpazifik, 2.000 Kilometer von seinen nächsten Nachbarn entfernt. Vor rund tausend Jahren wurde das Land von Polynesiern entdeckt, die sich auf der Nordinsel niederließen und die Maori-Kultur begründeten. Erst im 18. Jahrhundert kamen mit den Engländern auch die ersten Bienen nach Neuseeland. Die Europäische Honigbiene Apis mellifera wurde auf den von üppiger Vegetation bedeckten Inseln schnell heimisch. Und schon bald entdeckten die Tiere eine besondere Delikatesse: die Blüten eines Baumes, den die Maori als Heilpflanze schätzen und Manuka nennen. Der Honig aus Manuka-Blüten ist einzigartig auf der Welt – und für die Maori ein wahrer Segen, denn er wird von vielen Menschen als Naturheilmittel geschätzt. Das Honiggeschäft hat sehr vielen Familien sichere Arbeitsplätze beschert. Nicht nur den Imkern und Honigverkäufern. Die Landwirte zum Beispiel profitieren von der Bestäubungsarbeit der Bienen auf ihren Anbauflächen. Seit mehreren Generationen sind Blanche Murray und ihre Familie vom Maori-Stamm Ngati Kuri die Hüter dieses kostbaren Honigs. In der Bucht von Te ‘Hahpua an der Nordspitze der Insel begann die Erfolgsgeschichte der Murrays. Großmutter Hana wohnte in diesem Haus im Grünen. Sie wusste alles über die heimische Fauna und Flora. Ihre Leidenschaft für die Bienen hat sie an Blanche und deren Bruder Tae weitergegeben. In der Familie Murray haben die alten Traditionen überlebt. Blanche, ihre Mutter und ihre Geschwister nehmen den Auftrag ihrer Ahnen ernst: Sie kümmern sich um das Land, das ihnen anvertraut wurde, und tragen dazu bei, die Maori-Kultur zu erhalten.
 

Mi. 11.08.21 09:30 - 10:00 Uhr

Die Bienenflüsterer

Kenia - Die Biene, die Yaaku und der Vogel

Am Fuße des Mount Kenya in Ostafrika erstrecken sich die Hochebenen des Laikipia-Plateaus. Die dünn besiedelte Region ist ein Paradies für große Säugetiere, doch ihre endlosen Weiten bieten auch Lebensraum für eine kleine Insektenart – die Apis mellifera monticola. Nicholas gehört zu den Yaaku, einer ethnischen Volksgruppe, der rund 2.000 Menschen angehören. Für ihn sind diese Bienen weit mehr als nur Honiglieferanten. Nachdem die Gemeinschaft der Yaaku in den 30er Jahren von den Massai-Kriegern angegliedert wurde, übernahmen sie deren Bräuche, Lebensweisen und Sprache. Die Massai lieben Honig, aber vor Bienen haben sie großen Respekt. Die Yaaku hingegen blicken auf eine lange Tradition der Bienenhaltung zurück und arbeiten bis heute mit den Methoden ihrer Vorfahren: ausgehöhlte Stücke von Baumstämmen werden als Bienenstöcke aufgehängt. Nur so sind sie sicher vor dem Honigdachs, einer Marderart, die es – wie der Name schon sagt – auf Honig abgesehen hat. Auch Elefanten machen den Bienen das Leben schwer: Bei der Nahrungssuche nach Zweigen und Blättern kommt es immer wieder vor, dass die Dickhäuter die Bienenstöcke von den Bäumen herunterreißen. Bisweilen sammeln die Yaaku auch den Honig der wilden Bienen aus der Region. Dabei hilft ihnen ein schwarzer Vogel, der Große Honiganzeiger. Er gehört zu den wenigen Vogelarten, die Wachs fressen und verdauen können. Aber alleine kommt er an das Wachs nicht heran – dazu braucht er die Unterstützung der Yaaku, die er im Gegenzug zu den Nestern führt. Die Honigernte bestimmt auch den Festkalender der Yaaku. Zu allen besonderen Anlässen und vor allem auf Hochzeiten wird Met serviert. Nicholas zweite Frau hat ihn vor allem wegen der Bienenstöcke geheiratet. Den Brautpreis hat er den künftigen Schwiegereltern in Honig bezahlt. Bis heute gilt ihm Honig als Symbol für Reichtum, Frieden und häusliches Glück.
 

       
       
       

 

 


 

 


Filme zum Thema - Wespe, Hornisse & Co. - siehe Link & Co. -> Filme


 

 


 

 

Mitschnitte zu Fernsehsendungen, in denen ich als Wespenberater und Umsiedler mitwirken durfte:

 

HR - Die Ratgeber

 

Wie man sich vor Wespen schützen kann - Umsiedlung eines Hornissennestes 

  

Es ist Wespen-Hochsaison. Die gelb-schwarzen Plagegeister sorgen für unbehagen. Welche Tricks gibt es um sie zu vertreiben?
Wenn nichts mehr hilft kann ein Hornissennest auch umziehen ...

 

Moderation: Daniel Johé

 

 

 

RTL - Stern-TV

 

Schutz vor Insekten-Attacken - Das sollten Sie über Wespen wissen

 

  

Wespen sind keine gefährlichen Tiere, vor einem Stich fürchten sich die meisten Menschen - nicht nur Allergiker.
Viele geraten durch die aufdringlichen Insekten nahezu in Panik. Dabei lassen sich Angriffe durch Wespen durchaus vermeiden. Hier sind die Tipps vom Wespenexperten.
 

Moderation: Steffen Hallaschka 

 

 

Hessenfernsehen - hallo hessen

 

Wespenplage im Spätsommer - Jetzt werden die Wespen richtig aggressiv

 

  

hallo hessen ist eine 2-stündige Live-Fernsehsendung im hr-fernsehen, die täglich, außer am Wochenende, ausgestrahlt wird.
Die Gäste sind eine bunte Mischung aus Prominenten, Künstlern und "normalen" Menschen, die einen Bezug zu Hessen haben und etwas Besonderes tun.

 

Moderation: Jule Gölsdorf

 

Beitrag anschauen   (vom 10.09.13)

 

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Hessenfernsehen - Maintower News

 

Hornissenalarm

 

Vorsicht Jogger und Spaziergänger, im Rodgauer Wald gibt es derzeit ein Hornissennest.

Weil es sich zu nahe herangewagt hatte, wurde ein Ehepaar gestochen. Der Rodgauer Wespenexperte Peter Tauchert hat den Baum, indem das Volk nistet, nun abgesperrt. Bis Mitte Oktober werden die Hornissen ihr Nest verlassen.

  

Beitrag anschauen   (vom 12.08.11)

 

ZDF.Umwelt
 
Keine Angst vor Wespen
 

Dass man Wespen am liebsten aus dem Weg geht ist klar, aber dass sie einen schlechten Ruf haben, ist unfair. In Deutschland gibt es einige Hundert Wespenarten. Nur acht davon leben in Schwärmen und bauen Nester. Und nur zwei von ihnen, nämlich die Gemeine und die Deutsche Wespe, sind Schuld am schlechten Image.

  

 

Sat.1 - 17.30 Live
 
Hornissenumsiedelung
 

Die milden Temperaturen bescheren uns zwar einen angenehmen Sommer, aber leider auch viele Wespen und Hornissen, denn die lieben das milde Klima. Darum liegt  das Wespenaufkommen in diesem Jahr um 30 Prozent höher als zuvor. Besonders schlimm für Allergiker!  17:30 hat eine Betroffene und den Insektenberater Peter Tauchert bei seinem Einsatz in Rodgau-Weiskirchen begleitet.
 

 

Hessenfernsehen - Maintower News

 

Wespensaison

 

Die Wespensaison hat begonnen.
Peter Tauchert hatte heute alle Hände voll zu tun. Per Wespenexperte musste in Rodgau über 200 Wespen wegsaugen. Das Nest wurde für die Einwohner gefährlich, da es sich direkt über der Eingangstür befand und die Wespen ihr Revier verteidigten. Die Zeit der Großeinsätze kommt für Peter Tauchert allerdings noch. Im September werden die Wespen besonders aggressiv.

 

Beitrag anschauen   (vom 13.07.07)

 

Hessenfernsehen - Maintower News.

 

Wespenumsiedelung vom Fachmann

 

Wespen lassen sich gerne einmal da nieder, wo es gar keiner braucht.

In der Toilette von G. und K. Höfler in Offenbach zum Beispiel. Und nun... da lassen, weg räumen... bloß nicht. Hände weg und Profis rufen...

 

Beitrag anschauen   (vom 27.06.06)  

 

Hessenfernsehen - Service Natur

 

Sommer, Sonne, Wespenstich - Wespen- und Hornissenhotline

 

Rat und Tat bei Problemen mit Wespen und Hornissen
In solch einem Fall kann man die Wespen- und Hornissenhotline des Kreises Offenbach anrufen. Dort bieten die Mitarbeiter zunächst telefonisch, bei Bedarf aber auch vor Ort ihre Hilfe an. Anhand der Form, Farbe und Anbringung des Nestes können sie die Wespenart bestimmen. Ein wichtiges Kriterium für das weitere Vorgehen, denn lediglich zwei der elf mitteleuropäischen Wespenarten können dem Menschen lästig werden.

 

Beitrag anschauen   (vom 28.06.03)  Dateidownload 19,2 MB

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